Stadt Haltern bereitet sich auf die nächste Eichenprozessionsspinner-Saison vor

mlzGefährliche Raupen

Nach dem wohl massivsten Eichenprozessionsspinner-Aufkommen in Haltern hat die Stadt umgedacht und will im Herbst erste Maßnahmen zur Bekämpfung der Griftraupe ergreifen.

Haltern

, 08.08.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

In noch keinem anderen Jahr hatte die Stadt so mit den Raupen des Eichenprozessionsspinners (EPS) zu kämpfen wie in diesem. Meldung auf Meldung, Anruf auf Anruf folgte über scheinbar neu oder wieder befallene Bäume. Auch die Bekämpfungsunternehmen im Umkreis hatten Mühe, allen Anfragen gerecht zu werden.

Die Raupen-Epidemie hat nun auch die Stadt Haltern zum Umdenken bewogen. Im vergangenen April hatte die Stadt mitgeteilt, nicht präventiv gegen die Raupen vorgehen zu wollen. „Nach unseren Erkenntnissen gibt es zu den präventiven Einsätzen keine klaren Meinungen“, sagte Stadtsprecher Georg Bockey dazu damals: „Einige sagen, ja, das ist sinnvoll, andere sagen, nein, nicht sinnvoll.“ Nun werden die ersten Präventionsmaßnahmen getroffen.

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Nistkästen für Rotkehlchen, Blau- und Kohlmeisen werden aufgestellt

Die SPD-Fraktion im Rat der Stadt Haltern hatte Ende Juni einen Antrag an den Rat der Stadt Haltern gestellt, wie in der niederländischen Stadt Groesbeek Nistkästen für Rotkehlchen, Blau- und Kohlmeisen aufstellen zu wollen. Die sollen die EPS-Raupen fressen. Das soll nun auch in Haltern geschehen. Mit 41 Ja-Stimmen wurde einstimmig die Stadtverwaltung Anfang Juli damit beauftragt, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Rund 100 solcher Nistkästen sind bereits von der Stadt bestellt worden und sollen im Herbst aufgehängt werden.

Hier haben Halterner 2019 befallene Bäume gemeldet:

In Groesbeek in den Niederlanden sei die Stadt laut SPD so Herr über den EPS geworden. „Eine umweltfreundliche, kostengünstige und vor allem natürliche Methode ist deshalb in jedem Fall zu unterstützten“, so die Sozialdemokraten.

„Wir halten es für einen lohnenswerten Versuch, diese im Juni aufgekommene Idee zu verfolgen“, sagt Georg Bockey, Sprecher der Stadt Haltern auf die Frage, wie es in Haltern nach dem massiven Aufkommen von Eichenprozessionsspinnern weitergehen soll. Die 100 Kästen sollen im Herbst an den Stellen, an denen der EPS aufgetaucht ist, angebracht werden. „Denn dann können wir auch im nächsten Jahr den Erfolg und Misserfolg am besten erkennen“, so Bockey. Der Einsatz von Chemie sei auch weiterhin keine Option für die Stadt, um nicht andere Tier- und Insektenarten zu gefährden.

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Falter-Weibchen legen bis zu 150 Eier, bevor sie sterben

Mit der Zusammenarbeit mit den beauftragten Schädlingsbekämpfern ist die Stadt zufrieden: „Sie waren stets sehr bemüht, gerade an Gefahrenpunkten schnell zu handeln“, sagt Stadtsprecher Georg Bockey mit Blick auf die zurückliegende EPS-Saison. „Es bleibt natürlich bei den bekannten Prioritäten – daran würde auch eine größere Anzahl an Unternehmen nichts ändern.“ Die Raupen des EPS haben mit einem Eiweißgift versetzte Brennhaare, die allergische Reaktionen auf sämtlichen Stellen des Körpers und in den Atemwegen auslösen können.

Im August ziehen die Falter des Eichenprozessionsspinners ihre Kreise. Die Zeit der Raupen mit ihren giftigen Brennhaaren ist für dieses Jahr vorbei. Aber nach der Giftraupe ist vor der Giftraupe. Denn wenn die Falterweibchen in den wenigen Tagen, in denen sie leben, ihre bis zu 150 Eier gelegt haben, ist die Saat für die nächste Raupen-Epidemie im kommenden Jahr gesät.

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