Halterner Bürgermeister Bodo Klimpel beantwortet Corona-Fragen

Coronavirus in Haltern

Immer wieder wird Halterns Bürgermeister Bodo Klimpel mit Fragen rund um das Verhalten in der Corona-Krise konfrontiert. Hier beantwortet er einige häufig gestellte.

Haltern

25.05.2020, 10:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Bürgermeister Bodo Klimpel beantwortet Fragen zum Coronavirus.

Bürgermeister Bodo Klimpel beantwortet Fragen zum Coronavirus. © Foto: Jürgen Wolter

Darf ich eigentlich mit 30 Personen meinen Geburtstag zuhause im Wohnzimmer und im Garten feiern?

Bodo Klimpel: Es gibt für diesen Fall keine festgelegte Personenzahl. Die kann es auch nicht geben, weil es ja immer auf den Einzelfall ankommt. Grundsätzlich gilt auch hier: Abstand halten - und zwar mindestens 1,5 Meter.

Für mich mutet es, ehrlich gesagt, sehr komisch an, mit 30 Leuten zu feiern und gleichzeitig stets auf den Mindestabstand zu achten. Deshalb glaube ich, dass es trotz anfänglichen Bemühens kaum realistisch ist.

Als Gastgeber und ebenso als Gast muss ich mir über eine Konsequenz im Klaren sein: Sollte nur eine Person (vielleicht sogar unwissentlich) Träger des Virus sein, würde das eine mindestens 14-tägige Quarantäne für alle anderen Teilnehmer auslösen. Meine Empfehlung ist daher, die Personenzahl deutlich zu reduzieren.

Sehen Sie die Gefahr, dass – so wie es im Kreis Coesfeld war – auch im Kreis Recklinghausen Lockerungen zurückgenommen werden müssen?

Das für die Zukunft vorauszusagen, ist natürlich seriös nicht möglich. Aktuell kann ich aber klar sagen, dass diese Gefahr offensichtlich nicht droht. Zunächst gilt, dass die Schwelle von 50 Neuinfektionen binnen sieben Tagen pro 100.000 Einwohner nicht überschritten werden darf.

Berücksichtigen wir, dass der Kreis Recklinghausen rund 615.000 Einwohner hat, bedeutet dies, dass erst bei 308 Neuinfektionen pro Woche konkret geschaut werden muss. Dazu heißt es auch, dass dies ein „vereinbarter Aktivierungswert“ sei, der nicht automatisch bestimmte Maßnahmen auslösen würde. Mir liegen nun beispielsweise die Fakten vom 13. bis 19. Mai vor. In dieser Zeit stieg die Zahl der Neuinfizierten in unserem Kreis um 36, also deutlich unter dem Höchstwert.

Haben Sie Erkenntnisse darüber, in welchen Bereichen die Arbeitslosenzahl in Haltern am See wegen der Coronakrise gestiegen ist? Insgesamt stieg ja die Zahl von Februar bis April von 733 auf 827.

Wir haben deshalb bei der Bundesagentur für Arbeit nachgefragt. Aus den Antworten geht hervor, dass im März und April dieses Jahres aus dem Bereich der sogenannten „wirtschaftlichen Dienstleistungen“ insgesamt 23 Personen arbeitslos geworden sind.

Außerdem gab es im Gesundheits- und Sozialwesen sieben Arbeitslose, im Bereich Handel, Instandhaltung und Kfz-Reparatur 25, im Einzelhandel waren es jetzt neun, im verarbeitenden Gewerbe waren es zehn.

Auch im Baugewerbe zählen wir im März und April zehn neue Arbeitslose und in der Gastronomie fünf. Grundsätzlich ist für die Arbeitsagentur bei der Ermittlung der Arbeitslosenzahlen auch bedeutsam, wie es um den so genannten Abgang der Arbeitslosen aussieht. Auch hier gibt es deutliche Unterschiede. Konnten in 2019 in den Monaten März und April insgesamt 352 Menschen zurück in die Arbeit, lag dieser Wert in diesem Jahr nur noch bei 278.

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