Halterner Familien zahlen gar nicht oder mehr für einen Kita-Platz

mlzNeue Satzung

Viele Halterner Familien zahlen ab dem 1. August mehr für den Besuch in den Kitas, der Kindertagespflege und der Offenen Ganztagsschule. Familien mit geringem Einkommen atmen auf.

Haltern

, 11.07.2019 / Lesedauer: 3 min

Familien, die Sozialleistungen beziehen und deren Jahreseinkommen insgesamt 25.000 Euro nicht übersteigt, können ihre Kinder künftig kostenlos in die Halterner Kindertagesstätten und in die Offene Ganztagsschule (Primarbereich) schicken. Das haben die zuständigen politischen Gremien und der Rat einstimmig beschlossen. Bislang bezahlten die Eltern für ein zweijähres Kind bei 35-stündiger Betreuung pro Woche 35 Euro.

So viele Familien profitieren ab dem 1. August

„Wir gehen derzeit davon aus, dass von der Neuregelung im Bereich Kita und Tagespflege etwa 50 Kinder profitieren, im Bereich Offene Ganztagsschule etwa 40“, erklärt Jugendamtsleiter Gisbert Drees. Die Verwaltung werde nach Ablauf des Kindergartenjahres 2019/20 über die tatsächlichen Auswirkungen berichten.

Für alle anderen Einkommensgruppen wird es ab 1. August teurer. So überweisen Eltern mit einem Jahreseinkommen von 40.000 Euro beispielsweise für eine 35-stündige Betreuung jetzt 78,80 statt 77,60 Euro pro Platz, Eltern mit einem Einkommen bis zu 125.000 Euro nun 360,70 statt wie bisher 355,40 Euro. Die Beiträge werden grundsätzlich jährlich dynamisiert. Beitragsermäßigung oder -befreiung sind dann möglich, wenn mehr als ein Kind eine Tageseinrichtung besucht. Dann entfallen die Beiträge für das zweite und jedes weitere Kind. Die Satzung mit allen Modalitäten ist auf der Internetseite der Stadt Haltern am See einsehbar.

Erste Erhöhung nach elf Jahren für die OGS

Anders sieht es bei der Offenen Ganztagsschule aus. „Die Elternbeiträge für den OGS-Besuch wurden letztmalig vor elf Jahren erhöht“, sagt Gisbert Drees. Nun würden sie moderat, je nach Einkommen, um 2 bis maximal 7 Euro monatlich angehoben. Sozialleistungs-Empfänger stellt die Stadt Haltern auch hier frei, obwohl sie dazu gesetzlich nicht verpflichtet wäre.

Doch andernfalls läge in der familien- und bildungspolitischen Grundausrichtung der Stadt ein Bruch, findet das Jugendamt. Es sei schließlich hinreichend erwiesen, dass es einen starken Zusammenhang zwischen Bildung und Armut gebe. Gisbert Drees betont: „Familien mit Sozialleistungsbezug sollen mit Beginn der Schulpflicht nicht aus finanziellen Gründen daran gehindert werden, die Bildungsangebote der OGS sowie die dort stattfindende Hausaufgabenbetreuung in Anspruch zu nehmen.“

Angaben zum Einkommen müssen nachgewiesen werden

Mogeln geht nicht: Bei der Anmeldung ihrer Kinder geben Eltern eine verbindliche Erklärung zu ihrem voraussichtlichen Jahreseinkommen ab. Nach Ablauf eines Kalenderjahres haben sie dann nachzuweisen, welche Einkünfte im abgelaufenen Kalenderjahr tatsächlich erzielt wurden.

Am 1. August beginnt das neue Kindergarten-Jahr. In den Einrichtungen und in der Kindertagesspflege stehen 1415 Plätze zur Verfügung. Für den OGS-Bereich werden 640 Plätze bereitgehalten. Die Stadt erwartet trotz neuer Tarife Mindereinnahmen für den Kindergarten-Bereich, im OGS-Bereich hingegen nimmt sie etwas mehr ein. Pro Kindergarten-Platz und Jahr zahlt die Stadt rund 3000 Euro, die weitere Finanzierung eines jeden Platzes setzt sich aus den Elternbeiträgen und Landeszuschüssen zusammen. Ein Platz in der OGS ist mit 100 Euro pro Kind und Jahr im städtischen Etat aufgelistet.

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