Die Coronaimpfung für Schwangere steht gerade im Fokus. © picture alliance/dpa
Coronavirus

Halterner Frauenärztin rechnet bald mit Impfempfehlung für Schwangere

Noch gibt es von der Ständigen Impfkommission keine Impfempfehlung für Schwangere. Die Halterner Frauenärztin Vera Albers rechnet aber in Kürze mit einer neuen Entscheidung.

Nachdem in einer Dortmunder Klinik eine ungeimpfte Schwangere ohne Vorerkrankungen an einer Coronainfektion verstorben ist, richtete der Chefarzt einen Impfaufruf an alle Schwangeren. Von der Ständigen Impfkommission (Stiko) gibt es allerdings bisher keine Empfehlung für eine Impfung während der Schwangerschaft.

Das macht die Arbeit in den Halterner Frauenarztpraxen nicht einfach. Die Verunsicherung bei den Schwangeren sei groß, bestätigten die Halterner Gynäkologinnen Vera Albers und Dr. Katja Lemloh auf Anfrage. Die Praxis halte sich bei der Betreuung ihrer Patientinnen an die Vorgaben der Stiko. Wer sich trotz des noch fehlenden Expertenrates impfen lasse, habe beispielsweise kleine Kinder zu Hause und wisse, dass er sich von Ansteckungsgefahren nicht ohne Weiteres fernhalten könne, berichtete Vera Albers über den Praxisalltag in Haltern.

Risikopatientinnen wird zur Impfung geraten

Mit Risikopatientinnen werde besonders intensiv über das Thema gesprochen. Hier können sich die Frauenärzte auf die Stiko berufen. Diese gab im Mai 2021 eine Impfempfehlung für Schwangere mit einem „erhöhten Expositionsrisiko aufgrund ihrer Lebensumstände“ oder einem erhöhten Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf ab. Die Impfung werde ab der 14. Schwangerschaftswoche vorgenommen, erklärte Vera Albers.

Die Frauenärztin rechnet damit, dass die Stiko in Kürze aufgrund von aktuellen Datenerhebungen zu einer Neubewertung kommen und dann eine Impfempfehlung für Schwangere abgeben wird. Vom Berufsverband der Frauenärzte werde diese schon seit einiger Zeit gefordert. „Die Entscheidung wird nicht mehr lange auf sich warten lassen“, erwartet Vera Albers, die hier unter anderem auf Erfahrungen in den USA verwies.

Auf diese haben unter anderem elf deutsche gynäkologische Fachorganisationen in einer gemeinsamen Pressemeldung hingewiesen: Demnach haben US-amerikanische systematische Nachbeobachtungen von mehr als 4700 geimpften schwangeren Frauen keinen einzigen Hinweis für vermehrte Komplikationen aufgewiesen, wie etwa Frühgeburt, Fehlbildungen oder Wachstumseinschränkungen beim Säugling.

„Ich persönlich halte die Impfempfehlung für Schwangere für einen guten Weg“, sagte Vera Albers. Sie machte in diesem Zusammenhang aber auch darauf aufmerksam, dass nach mehr als eineinhalb Jahren Pandemie viele Schwangere, die sich in der Praxis vorstellen, mindestens einmal oder auch vollständig geimpft sind.

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Silvia Wiethoff

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