Sascha Kemper, Inhaber der Haarwerkstatt, organisierte mit Heike Uekötter vom Salon Haar Zwei Ooh eine bemerkenswerte Aktion zugunsten der Flutopfer. © Elisabeth Schrief
Spendenaktion

Halterner Friseure sammeln im Open-Air-Salon Spenden für Flutopfer

Abgesehen von einem kurzen heftigen Regenschauer beschien die Sonne eine besondere Aktion auf dem Marktplatz. Acht Friseurinnen und Friseure schnitten Haare gegen Spenden für die Flutopfer.

Bianka Stelke aus dem hessischen Rottgau hatte von der Spendenaktion in der Halterner Zeitung gelesen und zögerte nicht lange: Sie nahm Sonntag vor dem Alten Rathaus auf einem der acht Kundenstühle Platz und ließ sich von Friseurmeister Sascha Kemper das Haar neu in Form bringen. „Das ist eine super Idee“, schwärmte die gebürtige Halternerin, die gerade zu Besuch bei ihrer Mutter weilt.

Die Haarwerkstatt von der Mühlenstraße und der Salon Haar Zwei Ooh setzten gemeinsam die Idee um: Sie schnitten Haare gegen Spenden, die unmittelbar an die Opfer der Hochwasserkatastrophe an der Ahr weitergegeben werden.

Friseure starteten mit 1200 Euro Vorab-Spenden

„Ich freue mich über die mega Resonanz“, blickte Sascha Kemper (Haarwerkstatt) über den Alten Markt. Bei sonnigem Wetter hatten sich zahlreiche Menschen, jung und alt, eingefunden, um die Aktion zu unterstützen.

Sascha Kemper wie auch Heike Uekötter (Haar Zwei Ooh) freuten sich über den Ansturm, der nur kurz durch heftigen Regen ausgebremst wurde. „Ich bin sehr beeindruckt“, sagte Heike Uekötter. Gestartet waren die Salons bereits mit einem erstaunlichen Grundbetrag. Mit 1200 Euro hatten Stammkunden die Spendendose in den vergangenen Tagen schon vorab befüllt.

Den Teilnehmer der Aktion war der Haarschnitt in der Regel eine 20-Euro-Spende wert, manche gaben auch mehr.
Den Teilnehmer der Aktion war der Haarschnitt in der Regel eine 20-Euro-Spende wert, manche gaben auch mehr. © Elisabeth Schrief © Elisabeth Schrief

„Ich müsste eigentlich noch nicht zum Friseur. Aber es war mir wichtig, heute dabei zu sein“, erzählte Thomas Kubalski aus Wulfen, während ihm Heike Uekötter mit Kamm und Schere ans Haupt ging.

Die Bilder von der Hochwasserkatastrophe hätten ihn sehr schockiert und erschüttert. Er fühle mit den Opfern und wolle das durch die Teilnahme an der Aktion dokumentieren. Wie auch Beatrix Bußmann, die sich von Denise Heger die Haare schneiden ließ: „Es ist doch wichtig, dass wir alle zusammenhalten in so einem Krisenfall.“

Bürgermeister dankt für die große Solidarität

Bürgermeister Andreas Stegemann nahm als erster Kunde Platz. Er bat Heike Uekötter schmunzelnd darum, seinem Stammfriseur, bei dem er am Samstag einen Termin habe, etwas übrig zu lassen. Tadellos frisiert stand Stegemann dann noch eine Weile als Beobachter auf dem Markt. „Das ist eine schöne Initiative“, sagte er gegenüber der Halterner Zeitung. Er verwies in diesem Zusammenhang auf die vielfältige und unmittelbare Hilfe aus Haltern, um die Not in den Hochwassergebieten zu lindern. Sie zeuge von einer großen, vorbildlichen Solidarität.

Die Stadt begleitete die Aktion, indem sie bei der Organisation Hilfestellung leistete. Bernd Bröker, Leiter der Stadtagentur, hat das gern getan. „Das ist eine unterstützenswerte Aktion“, lobte er die Akteure, die für die gute Sache ihren freien Sonntag opferten. Bemerkenswert sei sie gerade deshalb, so Kundin Bianka Stelke, weil das Friseurhandwerk während des Corona-Lockdowns besonders gelitten habe.

500-Euro-Schein steckte in der Spendendose

Meistens war den Kunden im Freiluft-Salon der Schnitt eine 20-Euro-Sepnde wert, aber jemand steckte sogar einen 500-Euro-Schein in die Dose. „Wir sind so glücklich und zufrieden“, sagte am Ende Sascha Kemper. Alle acht Friseurinnen und Friseure seien fix und fertig nach ungewohnter Arbeit vor so viel Publikum und bei leichtem Wind. „Der Tag war mit viel Aufregung verbunden. Aber der Einsatz hat sich gelohnt!“ Ein Kassensturz folgte unmittelbar: Sensationelle 5100 Euro Erlös!

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Haltern am See ist für mich Heimat. Hier lebe ich gern und hier arbeite ich gern: Als Redakteurin interessieren mich die Menschen mit ihren spannenden Lebensgeschichten sowie ebenso das gesellschaftliche und politische Geschehen, das nicht nur um Haltern kreist, sondern vielfach auch weltwärts gerichtet ist.
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Elisabeth Schrief

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