Vor dem zweiten Lockdown hatten Friseure in Haltern alle Hände voll zu tun. © picture alliance/dpa
Corona-Pandemie

Halterner Friseure und der Lockdown: „Das Telefon stand nicht still“

Montag und Dienstag durften Friseure noch arbeiten, seit Mittwoch sind die Salons wieder dicht. Mit längeren Öffnungszeiten hat ein Salon versucht, den Kundenansturm zu bewältigen.

Zunächst galten sie als systemrelevant. Am Sonntag (13.12.) wurde dann die Entscheidung der Bundesregierung getroffen: Auch Friseure müssen bis zum 10. Januar 2021 ihre Türen schließen. Und das, obwohl es gerade vor Weihnachten in vielen Friseursalons noch einmal so richtig voll wird.

Die Ankündigung des harten Lockdowns hatte zur Folge, dass das Telefon am Montag und Dienstag in den Friseursalons nicht still gestanden hat. Vielerorts wurden die Öffnungszeiten verlängert, um möglichst viele Kunden vor Inkrafttreten der neuen Corona-Schutzmaßnahmen noch frisieren zu können.

An Tagen vor dem Lockdown drei Stunden länger geöffnet

Bereits am Sonntag hat sich das Team von Salon Chris B. in Haltern beraten, wie sie die letzten zwei Tage vor dem bevorstehenden Lockdown angehen wollen. Normalerweise hat der Laden bis 18 Uhr geöffnet. Am Montag und Dienstag hat die Inhaberin die Öffnungszeiten auf 21 Uhr verlängert.

Alle Mitarbeiter haben mit angepackt. Auch die, die an diesen Tagen sonst nicht gearbeitet hätten. „Loyalität wurde groß geschrieben“, sagt Christiane Block, Inhaberin von Salon Chris B. „Dieser Zusammenhalt, der da entsteht, das war ein sehr schönes Gefühl.“

Viele Halterner hatten auf Termin in letzter Minute gehofft

Dadurch hatte der Salon die Möglichkeit, etwa 40 Prozent mehr Kunden an den zwei Tagen vor der Schließung zu frisieren. Auch der große Laden mit vielen Plätzen und Räumen, in denen die Kunden alleine sitzen können, war von Vorteil. „Wir haben versucht, so viel es geht zu machen“, sagt Christiane Block. „Leider mussten wir aber ganz vielen Kunden absagen.“

Etwa 40 Kunden mussten vertröstet werden, die in letzter Minute noch auf einen Termin gehofft haben. „Das Telefon stand nicht still“, sagt die Friseurmeisterin. „Wir haben einige aufgeschrieben, falls mal jemand absagt. Aber es ist keiner abgesprungen.“

Krankheitsbedingt musste Friseurin bereits Freitag schließen

Alexa Flegel musste bereits am Freitag vor der Ankündigung des harten Lockdowns alle Termine absagen. Krankheitsbedingt. „Lockdown und die Tage vorher nicht arbeiten, das ist echt heftig“, sagt sie.

Die Friseurmeisterin arbeitet selbstständig. „One Woman Show“, sagt sie und lacht. Am Freitag ging es ihr gesundheitlich schon schlecht. „Ich habe immer von Tag zu Tag gehofft, aber am Wochenende war es ganz schrecklich“, sagt Alexa Flegel.

Trotzdem haben sie in diesen Tagen zwei Dinge glücklich gemacht: Zum einen das negative Corona-Testergebnis, das sie am Montag erhalten hatte. Zum anderen die Reaktion ihrer Kunden. „Ich habe tolle Kunden und die hatten fast alle Verständnis“, sagt Alexa Flegel.

Sorgen um die Zeit nach dem Lockdown im Januar

Etwa 40 bis 50 Kunden musste die Friseurin anrufen und die Termine canceln. Auch bei ihr stand das Telefon am Anfang der Woche nicht still. Jeder wollte noch einen Termin vor dem Lockdown ergattern.

Alexa Flegel macht sich auch Gedanken über die Zeit nach dem Lockdown. „Die größten Sorgen sind gar nicht die finanziellen“, sagt sie. „Aber alle Kunden nach dem Lockdown abzuarbeiten und denen gerecht zu werden. Alle wollen dran, aber das geht nicht. Ich kann nicht 12 Stunden am Stück arbeiten.“

Über die Autorin
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In der Grafschaft Bentheim aufgewachsen, während des Journalismus-Studiums in NRW verliebt. Danach über 2 Jahre in Kanada gelebt und jetzt wieder zurück im Lieblingsbundesland. Seit 2020 Volontärin bei Lensing Media
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Anne Schiebener

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