Halterner Gastronomie startet nach Corona Lockdown verhalten

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Nach schleppenden Start nimmt der Gastronomiebetrieb allmählich Fahrt auf. Das Halterner Café Extrablatt hat sich eine besondere Aktion einfallen lassen.

Haltern

, 23.05.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Betrieb in der Halterner Gastronomie läuft jetzt seit knapp zwei Wochen. Zunächst verlief der Start schleppend, langsam kommen wieder mehr Gäste. Das Halterner Café Extrablatt hat eine pfiffige Lösung für die leer stehenden Tische gefunden.

Auf mehreren Tischen, die wegen der Abstandsregeln frei bleiben müssen, präsentieren jetzt Halterner Geschäfte eine kleine Auswahl ihrer Angebote „Zunächst hatten wir die Tische, die wir freihalten müssen, mit Reserviert-Schildern gesperrt“, sagt Phoong Le, Betriebsleiterin im Halterner Café Extrablatt. „Aber das sah natürlich nicht schön aus. Deshalb haben wir Halterns Einzelhändler angesprochen, ob sie diese Tische dekorieren wollen, und die Idee kam gut an.“

Inzwischen präsentieren neben „Tee am See“ und „Natürlich stilvoll“ auch Hörgeräte Hüls, Bilkenroth und die Buchhandlung Kortenkamp eine Auswahl ihres Angebots. Möglicherweise kommen noch weitere dazu.

Dem Café Extrablatt fehlt das Abendgeschäft

„Das war in Haltern gut umsetzbar, weil wir hier viele inhabergeführte Geschäfte haben, zu denen wir eine gute Nachbarschaft pflegen“, sagt Geschäftsführer Taner Yalcin. Insgesamt sei der Betrieb im Café zunächst nur langsam wieder gestartet, es habe noch viel Unsicherheit gegeben. Langsam laufe es besser, was aber komplett fehle, sei das Abendgeschäft. „Es gibt keine Veranstaltungen, es sind abends keine Leute unterwegs“, sagt Taner Yalcin. Gewinne ließen sich zurzeit nicht erwirtschaften.

Das bestätigt auch Christoph Peters von Peters Bauernstube in Lavesum. „Unser größtes Problem ist, dass wir keine Gesellschaften und Gruppen bewirten können. Das ist aber einer unserer wichtigsten Geschäftszweige“, sagt er. „Wir haben Säle für bis zu 200 Personen, die wir jetzt nicht füllen können. Unseren Wintergarten, in dem wir selbst jetzt 40 Personen bewirten könnten, haben wir noch gar nicht benötigt.“ Auch das Frühstück sei noch zu wenig nachgefragt. „Am letzten Sonntag hatten wir 15 Gäste, normalerweise wären es 150“, sagt Christoph Peters. Ob sich der Betrieb zurzeit überhaupt lohnt, kann er noch nicht endgültig abschätzen. „Das wird sich zeigen, wenn ich alle laufenden Kosten gegen die Einnahmen aufrechen kann“, sagt er.

Nicht alle zeigen Verständnis für die Maßnahmen

„Schleppend“ fand auch Cornelia Arentz vom Bauernladen Arentz in Lippramsdorf den Neustart nach dem Lockdown. „Wir sind natürlich grundsätzlich erst mal froh, dass wir wieder öffnen dürften“, sagt sie. „Wir tun alles, um die erforderlichen Maßnahmen umzusetzen und den Betrieb zu gewährleisten“.

In Peters Bauernstube fehlen vor allem die Gruppen und Gesellschaften.

In Peters Bauernstube fehlen vor allem die Gruppen und Gesellschaften. © Lydia Klehn (Archiv)

Zunächst sei die Verunsicherung unter den Gästen groß gewesen, so Arentz. „Viele waren überrascht, dass wir wieder geöffnet hatten. Jetzt läuft es langsam wieder an und die Gästezahlen steigen. Schwierig sei es nach wie vor, bei einigen Gästen das notwendige Verständnis für die Schutzmaßnahmen zu wecken. „Viele verstehen und akzeptieren, dass sie eine Maske tragen müssen, wenn sie zum Tisch gehen und welche Regeln sie einhalten sollen, andere aber gar nicht. Manchmal muss man mehrfach auf die Einhaltung hinweisen,“ berichtet Cornelia Arentz.

Appell an die Gäste

Eine Herausforderung für den Bauernladen in Lippramsdorf sind die ständigen Ergänzungen der Hygieneregeln und Vorschriften. Hinzu kommt, dass im Innenbereich zurzeit durch die geringere Belegung der Sitzplätze nur rund 20 bis 30 Prozent der sonst üblichen Gäste bewirtet werden können, im Außenbereich sei es entspannter.

Auch Christian Zehren, unter anderem Rossini-Betreiber und Sprecher des Halterner Hotel- und Gaststättenverbandes blickt auf einen zögerlichen Start zurück. Und er appelliert an alle Gäste, sich an die Regeln zu halten: „Lasst uns jetzt noch diszipliniert bleiben, nur dann können wir auf weitere Lockerungen hoffen!“

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