Der Hof Lippetal 5 - zwischen Stadtmitte und Bossendorf gelegen - stand beim Amtsgericht zur Zwangsversteigerung an. © Schrief
Zwangsversteigerung

Halterner Hofanlage lockte sogar Bieter-Interessenten aus Bayern an

Ein Hof mit Reitanlage, früher wegen ausgezeichneter Pferdezucht weit über die Grenzen Halterns bekannt, stand beim Amtsgericht zur Zwangsversteigerung an. Das Interesse war riesengroß.

Selbst aus Bayern reisten Interessenten an, um bei der Zwangsversteigerung eines Halterner Reiterhofes mitzubieten. Kein Wunder: die idyllische Lage zwischen Lippe und Wesel-Datteln-Kanal in einer Geländevertiefung ist äußerst attraktiv.

Zur Hofstelle Lippetal am Rande des Ortsteils Hamm-Bossendorf gehören eine 1500 Quadratmeter große Reithalle (Baujahr 2002), ein 653 Quadratmeter großes, 1948 gebautes Wohnhaus, ein Stallanbau, ein ehemaliger Schweinestall und eine Remise. Der Verkehrswert für den insgesamt 16.592 Quadratmeter großen Hof war auf 729.000 Euro angesetzt.

Manch ein Bieter hoffte auf ein Schnäppchen

Die Zwangsversteigerung fand am 11. Juni im großen Saal des Marler Amtsgerichtes statt. Schon vor Öffnung hatte sich eine lange Schlange gebildet. Laut Auskunft des Amtsgerichtes wurden schließlich 40 interessierte Bieter eingelassen. Manche hofften auf ein Schnäppchen.

Anwesend waren auch Mitarbeiter der Stadtsparkasse Haltern als Gläubiger-Vertreter. Den Zuschlag erhielt knapp eine Stunde nach Eröffnung des Termins eine Bietergemeinschaft aus dem Kreis Borken. Sie ersteigerte das Anwesen für 875.000 Euro, erklärte das Amtsgericht auf Nachfrage.

Die Stadtsparkasse hatte 2019 das Zwangsversteigerungs-Verfahren beantragt. Dennoch tauchte die Immobilie sowohl bei Ebay als auch bei Immobilienscout24.de auf. Interessenten wurden und werden immer noch mit einem Musterfoto und Daten aus dem öffentlich zugänglichen Portal des Amtsgerichtes auf die Immobilie aufmerksam gemacht.

Geld für Informationen, die eh kostenlos sind

Dahinter steckt in einem Fall ein Verlag für Wirtschaftsinformationen. Da das Objekt in den Händen der Stadtsparkasse lag, hätte die Immobilie auf diese Weise niemals verkauft werden können. Verkauft werden stattdessen Informationen über die Immobilie. Diese waren allerdings kostenlos beim Amtsgericht einzusehen, was aber offenbar nicht jeder wusste.

So wurde einem Interessenten für 200 Euro ein Katalog angeboten. Dieses Geld hätte er angeblich zurückerstattet bekommen, wenn der Interessent die Halterner Immobilie erworben hätte. Auf der Webseite ist die Hofstelle übrigens immer noch eingestellt – mit dem Foto einer historischen Altstadt, die mit Haltern und dem Objekt überhaupt nichts zu tun hat.

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Elisabeth Schrief

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