Halterner Investoren setzen mit Bauprojekt auf gute Nachbarschaft

mlzDahlienstraße/Sundernstege

Zwischen Dahlienstraße und Sundernstege entsteht in Haltern eine neue Wohnsiedlung. Anwohner fürchten, es könnte Überdimensioniertes entstehen. Jetzt melden sich die Investoren zu Wort.

Haltern

, 29.05.2020, 16:26 Uhr / Lesedauer: 2 min

Familien aus Haltern, Sythen und Köln haben ein 5200 Quadratmeter großes Grundstück zwischen Dahlienstraße und Sundernstege gekauft, um es zu bebauen. Im Februar stellten sie den Anwohnern gemeinsam mit Vertretern der Stadtverwaltung ihre ersten Ideen vor. Der Protest ließ nicht lange auf sich warten. Denn in der Siedlung geht die Sorge um, dass weiterhin - wie schon im Rahmen von Nachverdichtung geschehen - durch große Wohnkomplexe der Charakter der Siedlung geopfert wird.

Am 11. Mai schrieben Anwohner einen Brief an den Rat, um gegen die ihrer Ansicht nach unverhältnismäßige Planung zu protestieren. Kai Hanspach aus Haltern und Kai Schröer aus Sythen (hs Wohnraum GmbH) sind betroffen. „Wir sind keine typischen Investoren. Wir bauen nur Häuser, in denen wir uns auch selbst wohl fühlen würden“, betont Kai Hanspach bei einem Gespräch mit der Halterner Zeitung. „Wir werden uns natürlich an die Vorgaben des Bebauungsplanes halten und die Häuser-Höhen der Umgebung anpassen.“

Investoren: „Es gibt noch keine endgültige Planung“

Vor über einem Jahr, noch vor Kauf des großen Grundstücks, hätten sie Gespräche mit der Stadt geführt. Im Februar 2020 luden sie dann die Anwohner ein, „weil uns ein gutes nachbarschaftliches Verhältnis wichtig ist“, sagt Kai Schröer. An diesem Abend hätten sie ihre ersten Überlegungen vorgestellt. Einen fertigen Plan können sie noch nicht präsentieren. Fest stehe aber, so versichern sie, dass sie sich mit First- und Traufhöhe an der vorhandenen Bebauung orientieren.

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Ein Teil des Grundstücks (lange Jahre Grünland) unterliegt dem Bebauungsplan Dahlienstraße, die ersten rund 1000 Quadratmeter sind nach Paragraf 34 des Baugesetzbuches bebaubar. Hier entstehen gerade ein Haus mit zwei Wohnungen für eigene Familienmitglieder sowie ein Doppelhaus mit je zwei Mietwohnungen. „In diesem Stil werden wir später nach Genehmigung durch die Bauverwaltung weiterbauen“, gibt Kai Hanspach einen Ausblick auf das, was werden soll.

Die neue Wohnsiedlung wird über eine private Stichstraße mit Wendehammer vom Hennewiger Weg aus erschlossen.

Das 5200 Quadratmeter große Grünland zwischen Dahlienstraße und Sundernstege lag jahrelang brach. Familien haben es gekauft, um hier Häuser zu bauen.

Das 5200 Quadratmeter große Grünland zwischen Dahlienstraße und Sundernstege lag jahrelang brach. Familien haben es gekauft, um hier Häuser zu bauen. © Elisabeth Schrief

Doch das Bauvorhaben muss zunächst durch die zuständigen politischen Gremien. Erst nach der Kommunalwahl im September wird es das Thema auf die Tagesordnungen schaffen.

Die SPD kündigte schriftlich an, bereits im Ausschuss Stadtentwicklung/Umwelt am 4. Juni (Donnerstag) Fragen zu dem Projekt zu stellen. Sie will unter anderem wissen: Seit wann ist das Projekt in der Stadtverwaltung bekannt? Ist die Verwaltung von Seiten der Investorengruppe gebeten worden, den Rat beziehungsweise die Fraktionen über das Projekt zu informieren? Warum wurden die Fraktionen nicht zu dem Bürgergespräch, zu dem die Stadtverwaltung eingeladen hatte, eingeladen? Wann soll das B-Planverfahren abgeschlossen werden?

Fast alle Parteien haben mit Investoren gesprochen

Bis auf die Ratsfraktion der Grünen (sie erörterte das Thema mit den Anwohnern) haben inzwischen alle Parteien Kontakt zu den Investoren gesucht. Am Freitag traf sich die Wählergemeinschaft mit Kai Hanspach und Kai Schröer auf der Baustelle am Hennewiger Weg.

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Die CDU sieht durchaus die Möglichkeit, dass sich alle Beteiligten zeitnah auf eine angemessene Bebauung einigen können. Dazu Andreas Stegemann: „Es wird eben keine Maximalbebauung angestrebt, sondern ein sich einfügendes Konzept. Wir stehen grundsätzlich für eine bauliche Entwicklung mit Augenmaß.“ Im Rahmen eines Bebauungsplanverfahrens könnten die Vorstellungen der Parteien als klare politische Vorgabe geäußert werden, anders als bei den Innenverdichtungen in Bereichen, wo der Paragraf 34 des Baugesetzbuches gelte.

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