Projekte, wie hier der Besuch der rollenden Waldschule, werden derzeit in den Kindergärten gestrichen. Jede Einrichtung konzentriert sich in Coronazeiten darauf, die Betreuungszeiten so gut wie möglich anbieten zu können. © Privat
Corona-Pandemie

Halterner Kitas permanent im Pandemiemodus: Betreuung ist schwierig

Die Arbeit in den Kindergärten ist gerade kompliziert. Überdurchschnittlicher Personalausfall führt zu Gruppen-Schließungen wie in Sythen oder zur Kürzung der Öffnungszeiten wie in Haltern.

Wie wirkt sich die Corona-Pandemie auf die Kindertageseinrichtungen in Haltern aus? Diese und andere Fragen stellte die Partei Bündnis 90/Die Grünen an das Jugendamt. Im Ausschuss Generationen und Soziales nahm Jugendamtsleiter Gisbert Drees ausführlich Stellung. Er betonte, dass nur durch eine gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit auf allen Ebenen die Betreuung trotz Corona überwiegend sichergestellt werden kann.

Eine optimale Betreuung hängt allerdings von der jeweils aktuellen Situation ab. So musste die Tageseinrichtung Sythen vom 23. September bis 7. Oktober komplett geschlossen werden, ebenso der Kindergarten in Hullern vom 30. Oktober bis 13. November. Auch der Kindergarten Maria-Magdalena musste vom 5. bis 19. November die Türen schließen, St. Antonius Lavesum war vom 4. bis 18. November teilweise wegen der Infektion einer Mitarbeiterin betroffen.

Notfalls müssen Eltern ihre Kinder selbst betreuen

„Wir versuchen dennoch, die Betreuung der Kinder möglichst lange zu gewährleisten“, erklärt Gisbert Drees. Dafür werden allerdings Projekte und Besuche der Kinder zum Beispiel bei Polizei und Feuerwehr gestrichen.

Fällt Personal aus, werden Eltern sogar gebeten, ihre Kinder zu Hause zu betreuen, sofern das möglich ist. Träger gehen notfalls dazu über, die Öffnungszeit zu reduzieren. So schließt der Anne-Frank-Kindergarten in Haltern bis Ende des Jahres bereits um 16 Uhr. Wegen eines überdurchschnittlichen Personalausfalls muss das DRK-Familienzentrum in Sythen eine U3-Gruppe ganz dicht machen. „Leider können wir in solchen Fällen keine Ersatzbetreuung anbieten“, bedauert Gisbert Drees.

Alltagshelfer sind Entlastung im nicht-pädagogischen Bereich

Genauso wenig sieht sich die Stadt finanziell in der Lage, Eltern von den Beiträgen zu befreien oder diese zurück zu erstatten. Solche Befreiungen galten im ersten Lockdown, gingen aber auf eine Entscheidung des Landes zurück. Die Stadt bekommt eine Hälfte der entgangenen Beiträge erstattet, musste aber selbst 228.000 Euro tragen.

„Alle Einrichtungen sind seit Mitte März durchgehend im Pandemiemodus. Situationsbezogene und pragmatische Lösungen gehören seitdem zum Alltag in jeder Kita“, fasst Jugendamtsleiter Drees die gegenwärtige Lage zusammen. Hilfreich seien die Alltagshelfer als personelle Entlastung im nicht-pädagogischen Bereich. Dieses Sonderprogramm gilt noch bis zum 31. Dezember, soll aber bis zum Ende des Kindergartenjahres verlängert werden. Gisbert Drees: „Das hilft unseren Kitas sehr.“

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Elisabeth Schrief

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