Illustratorin Katharina Potratz und Koch sowie Veranstaltungstechniker Nick Kutzinski blicken zuversichtlich in die Zukunft. © Silvia Wiethoff
Seestadtgewürze

Halterner Koch trotzt der Coronakrise und vertreibt „Seestadtgewürze“

Auch dem selbstständigen Koch Nick Kutzinski wurde durch das Coronavirus die Suppe versalzen. Aber er bleibt zuversichtlich und vertreibt mit seiner Partnerin jetzt „Seestadtgewürze“.

Der gelernte Koch und Veranstaltungstechniker Nick Kutzinski hat seine eigene Art, die Coronakrise zu beschreiben: „Das Jahr 2020 hat im strahlenden Sonnenschein auf den Kanaren begonnen. – Doch unverhofft kommt oft und manchmal deftig wie ein Gulasch.“ Er will sich vom Virus aber nicht die Suppe versalzen lassen und resignieren, sondern nutzt die Zeit, um neue Wege zu gehen.

So ist auch die Idee entstanden, einen Vertrieb für edle Gewürzmischungen aufzubauen. Unter dem Label „Monroes Seestadtgewürze“ können diese seit wenigen Tagen online bestellt werden. Nick Kutzinski und seine Partnerin Katharina Potratz haben 13 Mischungen aus heimischen und exotischen Aromen zusammengestellt, die Gaumenfreuden vom Schmorgericht bis zur Süßspeise den richtigen Pfiff verleihen und Namen wie „Basis fürs Schmoren“, „Goldener Herbst“ und „Festtagsgans“ tragen.

Seine Partnerin betreut den Werbeauftritt

„Wir haben viel experimentiert und probiert“, sagt er über die Phase der Umsetzung seiner Pläne. Die Gewürze bezieht das Paar aus der Monheimer Gewürzmanufaktur, wo es diese nach eigenen Rezepturen mischen lässt und später selbst abfüllt. Als gelernte Illustratorin sorgt Katharina Potratz mit ihrem Design für den richtigen digitalen und analogen Werbeauftritt der Produkte.

So sehen die Dosen mit den Seestadtgewürzen aus.
So sehen die Dosen mit den Seestadtgewürzen aus. © privat © privat

„Katharina hat ein liebevolles Design entworfen, gespickt mit kleinen verspielten Details wurden einige der schönsten Gebäude unserer Seestadt in Szene gesetzt“, informiert Nick Kutzinski seine Kunden. Mit der Halterner Druckerei sitzt außerdem ein lokaler Hersteller für die Labels unter dem Dach Monroes mit am Tisch. Auch bei der Zubereitung von Speisen achtet der Koch aus Gründen der Nachhaltigkeit auf die Verwendung von lokalen Anbietern und darüber hinaus auf saisonale Produkte.

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Koch aus Leidenschaft

„Die Monheimer Gewürzmanufaktur hat uns schnell durch die hervorragende Qualität der Zutaten überzeugt. Die Gewürze kommen aus fairem Handel, sind zum Teil Bio-zertifiziert und von höchster Qualität“, erklärt Nick Kutzinski, der seinen Beruf als Koch in der Sterneküche der Halterner Ratsstuben erlernt hat und zwischen Tiroler Haubenküche und Amrumer Fischrestaurant unterwegs war, um sein Wissen und seine Fertigkeiten zu vertiefen.

Das Start Up „Monroes Finest“ gegründet

Die Ansprüche der Gewürzmanufaktur in Monheim passen zum Konzept seines Start Ups „Monroes Finest“, mit dem er sich im Sommer 2019 selbstständig gemacht hat. Das Firmenlogo, ein Vogel mit Zweig im Schnabel, erinnert übrigens an seine Kindheit in Haltern. Nick Kutzinski verbindet mit dem Bild seine Zeit im Kindergarten St. Marien.

Nick Kutzinski „zaubert“ in der eigenen Küche.
Nick Kutzinski „zaubert“ in der eigenen Küche. © Silvia Wiethoff © Silvia Wiethoff

Als Eventkoch war er 2019 ausgebucht, wurde vor allem von großen Industrieunternehmen und Organisationen engagiert. So war er beispielsweise bei der Präsentation der neuen Porsche dabei und verwöhnte VIPs auf der Kölner Trabrennbahn.

„Zwischen März und Juni hatte ich dann einen Ausfall zu 100 Prozent“, schildert Nick Kutzinski die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf seine persönliche Situation. Die Lust am Kochen und am Leben hat er dennoch nicht verloren. „Ich habe überlegt, was ich machen kann und bin aus der Branche der Großveranstaltungen in den privateren Bereich gegangen“, berichtet der 32-Jährige, der mit Katharina Potratz in Lippramsdorf wohnt.

Nick Kutzinski geht jetzt neue Wege

Auf der Homepage von Monroes Finest kann man nachlesen, was er alles anbietet. Darunter private Grillbuffets, Tapasabende am Lagerfeuer oder die Kochschule in kleiner Runde. Als Mietkoch war er zuletzt nicht mehr für die großen Player im Einsatz, sondern unterstützte unter anderem das Wirtshaus „Auf Blombers Höhen“ in Bad Laer oder kochte für die Teilnehmer einer Reiterfreizeit auf dem Hof Budde in Lavesum.

Das Auge isst mit.
Das Auge isst mit. © privat © privat

Den zarten Anfängen nach dem ersten Corona-Lockdown machte das Virus allerdings im Herbst erst einmal wieder einen Strich durch die Rechnung. Nach dem Lebensmotto „Immer hungrig bleiben“ tischt Nick Kutzinski nun sein neues Projekt Seestadtgewürze auf. „Es ist uns eine echte Herzensangelegenheit“, ist er mit Katharina Potratz (32) gespannt, wie es bei den Kunden ankommt.

Beide sind sich sicher, dass auch das Coronavirus ein gutes Konzept auf Dauer nicht aufhalten kann. Beide brennen für ihre Idee und haben schon wieder viele weitere im Kopf, von denen einige bald umgesetzt werden sollen.

Kooperation mit dem Unverpackt-Laden

Angekündigt werden kann bereits eine Kooperation mit dem Unverpackt-Laden in der Halterner Innenstadt. Es soll dort eine Re-Füll-Station für die Gewürzdosen geben. „Sie sind lebensmittelecht und aus Metall“, sagt Nick Kutzinski. Er kann sich außerdem vorstellen, in Zusammenarbeit mit dem Halterner Asylkreis fünf verschiedene Mischungen unter dem Titel „Hausmannskost aus aller Welt“ herauszubringen.

„Man könnte beispielsweise eine syrische oder ghanaische Mischung gemeinsam mit der Geschichte der jeweiligen Geflüchteten anbieten“, ist Nick Kutzinski voller Tatendrang. Den Erlös aus diesem Projekt möchte er dem Asylkreis spenden. Beim richtigen Angebot könnte er sich darüber hinaus vorstellen, ein eigenes Restaurant in Haltern zu betreiben. „Am liebsten naturnah gelegen beziehungsweise in Seenähe“, führt er aus.

Gemeinsam mit Katharina Potratz hat er auch ganz privat allen Grund, zuversichtlich zu sein. Im April wird aus dem Paar eine kleine Familie. Das Leben ist ein Fest.

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Redaktion Haltern
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Silvia Wiethoff

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