Halterner Naturfotograf hält den Klimawandel in beeindruckenden Bildern fest

mlzFaszination Natur

Der Halterner Naturfotograf Rolf Behlert hat tausende faszinierende Fotos der Tier- und Pflanzenwelt rund um Haltern gemacht. An ihnen werden Veränderungen des Klimas deutlich.

Haltern

, 20.09.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Folgen des Klimawandels sind auch in unserer Breiten immer deutlicher spürbar. Waren es bis vor zwei Jahren vor allem Starkregenereignisse, die als Indiz für die Veränderungen sprachen, so waren es 2018 und 2019 die große Hitze und vor allem die lang anhaltende Trockenheit.

Sie hat auch Auswirkungen auf unsere heimische Flora und Fauna und deren Lebensräume. Einer, der dies besonders aufmerksam und sensibel registriert, ist Rolf Behlert, der seit Jahrzehnten mit seiner Kamera in den heimischen Regionen unterwegs ist und die Tier- und Pflanzenwelt in faszinierenden Fotos festhält.

Halterner Naturfotograf hält den Klimawandel in beeindruckenden Bildern fest

Das Wollgras zieht sich aus den Wasag-Mooren zurück. © Rolf Behlert


Moore fallen trocken

„Die beiden letzten Sommer haben vor allem zu Veränderungen in den Feuchtbiotopen geführt“, sagt Behlert. Sichtbar sei zum Beispiel das frühe Trockenfallen der Wasag-Moore. Eine Folge dieser Entwicklung ist ein starker Rückgang der Wollgräser und des Sonnentaus. Sowohl 2018 als auch 2019 konnte das Moor trockenen Fußes begangen werden.

So finden auch Wildschweine Zugang zu schmackhaften Pflanzen. Betroffen sind weiterhin kleine Moore an der Merfelder Straße. Hier sind Torfmoose und Sonnentau gefährdet. Das große Weiße Venn bei Lavesum und die Feuchtflächen und Moore im ehemaligen Schießplatzgelände Borkenberge leiden ebenfalls unter dieser Entwicklung.

Halterner Naturfotograf hält den Klimawandel in beeindruckenden Bildern fest

Kraniche versuchen, sich rund um Haltern anzusiedeln. © Rolf Behlert


Kraniche versuchen, sich anzusiedeln

Seit mehreren Jahren versuchen Kraniche, sich hier anzusiedeln. Erfolg wird der Ansiedlungsversuch nur mit schützendem Wasser haben. Fließgewässer führen für zu lange Zeiträume Niedrigwasser. Dies kann sich auf den angrenzenden Baumbestand negativ auswirken. Ähnlich gelagerte Probleme betreffen Neuanpflanzungen, Aufforstungen und neu gepflanzte Straßenbäume.

Viele Tümpel und Teiche trocknen viel zu früh aus. Sie sind vor Jahren im Rahmen von Kleingewässeraktionen und heute über Ausgleichsleistungen angelegt worden, um neue Lebensräume für die artenreiche Lebensgemeinschaft der Kleingewässer zu schaffen. Die Austrocknung der Tümpel trifft besonders stark die Libellenfauna. Aber auch der Eisvogel, der regelmäßig die Kleingewässer anfliegt, um kleine Fische zu erbeuten, muss schon sehr früh im Jahresverlauf auf diese Nahrungsquelle verzichten.

Halterner Naturfotograf hält den Klimawandel in beeindruckenden Bildern fest

Auch der Bienenfresser ist aus dem mediterranen Raum eingewandert. © Rolf Behlert


Mediterrane Arten wandern ein

Die Westruper Heide hat im Jahre 2018 unter der Hitze und der Trockenheit sehr gelitten. 2019 hat sie trotz des geringen Niederschlags aber wieder geblüht. „Die Verteilung der Niederschlagsphasen war eine deutlich günstigere“, sagt Rolf Behlert.

Dem Artenschwund auf der einen Seite steht eine Arteneinwanderung auf der anderen Seite gegenüber. „Mediterrane Arten verlagern ihr Verbreitungsgebiet nach Norden. Dazu zählt zum Beispiel der Bienenfresser, der 2015 erstmalig bei uns gebrütet hat. Zu nennen ist auch das Taubenschwänzchen, eine Schmetterlingsart, die nach Art eines Kolibris mit ihrem langen Rüssel Nektar aus Blüten saugt“, so Behlert.

Halterner Naturfotograf hält den Klimawandel in beeindruckenden Bildern fest

Der Eisvogel weicht auf Fließgewässer aus, weil Teiche und Tümpel austrocknen. © Rolf Behlert


Zugvögel ändern ihr Verhalten

Auch im Zugverhalten der Vögel sind Veränderungen festzustellen. Die Ankunft der Uferschwalben war in diesem Jahr sehr früh. Die Mauersegler haben uns bereits am 20. Juli verlassen, deutlich früher als sonst üblich. Ein ausgesprochener Fernzieher, der Weißstorch, überwintert mittlerweile aber auch schon bei uns.

Auf Rolf Behlerts Fotos sind verschwindende Arten und Neuankömmlinge wie Bienenfresser und Taubenschwänzchen zu sehen. So sind seine Fotos, die oft mit ausdauerndem und geduldigem Einsatz entstehen, inzwischen auch schon Dokumente des einsetzenden Klimawandels.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt