Günter Hessing bereitet die Generalversammlung der Raiffeisen Warengenossenschaft zur Fusion vor. © Wolter
Raiffeisen Warengenossenschaft

Halterner Raiffeisen-Mitglieder stimmen über geplante Fusion ab

Die Raiffeisen Warengenossenschaften Haltern und Emscher Lippe wollen fusionieren. Auf der Generalversammlung am Montag soll darüber abgestimmt werden.

Konkurrenz durch Online-Handel, Rückgang der Nachfrage nach Pflanzenschutz- und Futtermitteln sowie Dünger und der stetig fortschreitende Strukturwandel in der Landwirtschaft: Unter diesen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen wollen die Raiffeisen Warengenossenschaft Haltern und die Raiffeisen Emscher Lippe eG fusionieren.

Am Montag (7. 12.) sollen die Halterner Mitglieder in einer Generalversammlung ab 19.30 Uhr im Seehof darüber abstimmen. Die Versammlung wird unter strengen Corona-Auflagen durchgeführt, ist aber als Präsenzveranstaltung geplant. Etwa 80 Mitglieder, Landwirte vorrangig aus Haltern, werden erwartet. Neben der Fusion stehen auch der Jahresbericht und Wahlen zum Aufsichtsrat auf der Tagesordnung.

Massive Veränderungen in der Landwirtschaft

Nicht alle Landwirte stehen der Fusion positiv gegenüber. “Sie ist letztlich alternativlos, aber es gibt natürlich immer auch Widerstände gegen Veränderungen“, sagt Günter Hessing, der geschäftsführende Gesellschafter der Raiffeisen Warengenossenschaft Haltern.

„Man muss die Veränderungen sehen, die die Landwirtschaft betreffen“, so Hessing. „Die Landwirtschaft, wie wir sie heute kennen, wird es in Zukunft nicht mehr geben. Immer mehr Verordnungen und Vorschriften machen immer mehr kleineren Betrieben schwer zu schaffen.“ In zehn Jahren, prognostiziert der Raiffeisen-Geschäftsführer, seien 50 Prozent der heutigen Vollerwerbsbetriebe verschwunden. “Mit der Folge, dass immer mehr Lebensmittelproduktion ins Ausland verlagert wird, die dort zum Teil unter wesentlich problematischeren Bedingungen stattfindet.“

Einsparungen von 150.000 Euro zu erwarten

Auch die Raiffeisenmärkte, so Günter Hessing, müssten dieser Entwicklung Rechnung tragen. Die Fusion sieht er als Stärkung der Märkte, die damit flexibler auf Herausforderungen reagieren könnten. „Außerdem sparen wir allein durch strukturelle Maßnahmen 150.000 Euro im Jahr. Wir müssen keine zwei Steuererklärungen mehr machen und Zertifizierungen nicht zweimal, sondern nur einmal durchführen lassen. Viele interne Vorgänge vor allem im Geschäftsbereich lassen sich so straffen.“

Auf das Angebot die Mitarbeiter werde die Fusion keine Auswirkungen haben, betriebsbedingte Kündigungen schließt Günter Hessing aus. „In einem größeren Unternehmen – die Genossenschaften haben nach der Fusion zusammen 125 Mitarbeiter – gibt es im Gegenteil mehr Aufstiegsmöglichkeiten für die Mitarbeiter“, so Günter Hessing. Er hofft deshalb auf eine breite Zustimmung der Mitglieder zur geplanten Fusion.

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Redaktion Haltern
Studium der Germanistik, Publizistik und Philosophie an der Ruhr Universität Bochum. Freie Autorentätigkeit für Buchverlage. Freier Journalist im nördlichen Ruhrgebiet für mehrere Zeitungshäuser. „Menschen und ihre Geschichten faszinieren mich nach wie vor. Sie aufzuschreiben und öffentlich zugänglich zu machen, ist und bleibt meine Leidenschaft.“
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Jürgen Wolter

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