Auschwitz-Befreiung

Halterner Realschule ruft zum Holocaust-Gedenken auf – diesmal anders

Das Holocaust-Gedenken an der Halterner Realschule kann wegen Corona nicht in gewohnter Form stattfinden. Die Schule ruft dazu auf, dies auf der Homepage der Gedenkstätte Yad Vashem zu tun.
Das Foto zeigt Alexander Lebenstein mit seinen Eltern Nathan und Lotte, die nach Riga verschleppt und Opfer des Völkermords wurden. © privat

Seit vielen Jahren finden an der Alexander-Lebenstein-Realschule am 27. Januar Aktionen zum Holocaust-Gedenktag statt. Mit einem Gottesdienst, einem Schweigemarsch durch die Innenstadt zu den Orten, an denen jüdische Bürgerinnen und Bürger lebten, durch vielfältige Ausstellungen und eine Gedenkveranstaltung am Waggon, dem schulischen Ort gegen das Vergessen, haben Schüler und Lehrer am Jahrestag der Befreiung des KZ Auschwitz an den Leidensweg der Ermordeten erinnert.

Dem Gedenken auch in Coronazeiten Ausdruck verleihen

„Es war ursprünglich eine Aktion der Schülervertretung – so wie auch gerade die Schülerinnen und Schüler einen besonderen Kontakt zu Alexander Lebenstein hatten, als er unsere Schule auf ihre Einladung hin besuchte“, informiert Frank Cremer, der Schulleiter der Realschule. „In diesem Jahr ist so vieles anders und eine gemeinsame Aktion wie in den vergangenen Jahren kann es nicht geben. Dennoch wollen wir unserem Gedenken Ausdruck verleihen.“

Mit zahlreichen Aktionen haben die Realschüler in den vergangenen Jahren das Holocaust-Gedenken gestaltet.
Mit zahlreichen Aktionen haben die Realschüler in den vergangenen Jahren das Holocaust-Gedenken gestaltet. © Ilka Bärwald © Ilka Bärwald

Dies sei für die Schule insbesondere auch gegenüber ihrem Namensgeber Alexander Lebenstein eine Verpflichtung. „Eine Verpflichtung, in der es nicht darum geht, heutige Generationen mit Schuld für die Geschichte zu beladen, sondern sie zur Verantwortung zu ermahnen für die Zukunft. Diese Verantwortung entspringt aber dem Wissen um und dem Gedenken an die Millionen Opfer von Rassismus und Völkermord.“

Die israelische Gedenkstätte Yad Vashem hat in diesem Jahr eine besondere Möglichkeit des Gedenkens geschaffen – die „Iremember Wall“ (Ich-erinnere-Wand). Hier können Besucher bewusst bestimmter Personen gedenken, sie können aber auch ihr Gedenken zufällig mit einem Opfer der Shoah verbinden lassen. In der Schulcloud findet sich ein Link zur „Iremember Wall“, der auf die Seite der Gedenkstätte führt.

„Iremember Wall“ auf der Homepage von Yad Vashem

Frank Cremer bittet die Eltern und Schüler, an dieser Aktion teilzunehmen, da das gemeinsame Gedenken an der Realschule nicht möglich ist. „Dabei können Sie auch gezielt nach Nathan und Lotte Lebenstein suchen, den Eltern Alexander Lebensteins. Aus Haltern wurden sie verschleppt nach Riga, wo auch sie schließlich Opfer des Völkermords wurden. Wir wollen sie nicht vergessen, ebenso wie die anderen jüdischen Familien aus unserer Stadt, die ermordet wurden“, schreibt Frank Cremer.

Die Seite der Gedenkstätte kann aber auch direkt aufgerufen werden. Hier kann Jeder an der Aktion teilnehmen und seinen Namen eintragen. Abgefragt wird nur der Name und das Land, in dem man wohnt. Die Seite der Gedenkstätte Yad Vashem ist über folgenden Link zu erreichen: iremember.yadvashem.org.

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