Halterner Reisebüros zu Thomas-Cook-Insolvenz: „Situation ist sehr unbefriedigend“

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Die Nr. 2 auf dem europäischen Reisemarkt, Thomas Cook, hat Insolvenz beantragt. Condor fliegt keine Urlaubsziele an. Die Halterner Reisebüros sprechen von einer „katastrophalen Situation“.

Haltern

, 23.09.2019, 12:38 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der britische Reiseveranstalter Thomas Cook hat Insolvenz beantragt. Allein mit dem deutschen Ableger des Unternehmens sind derzeit 140.000 Reisende unterwegs. Die Verunsicherung, sowohl im Urlaubsort als auch zu Hause vor der Reise ist groß, die Informationslage noch dürftig. Das spiegelt sich am Montag auch in den Halterner Reisebüros wieder.

„Wir haben einige Kunden, die sich schon aus dem Urlaub bei uns gemeldet haben“, sagt Stephanie Sissmann, Mitarbeiterin im Reisebüro Haltern am Gantepoth. Derzeit sei unklar, wie einige Urlauber zurückgeholt würden. Auch die Reiseunternehmen hätten sich bisher noch nicht geäußert.

„So eine Situation hatten wir auch noch nicht“

Während Stephanie Sissmann versucht, sich einen Überblick über die Situation zu verschaffen, spricht sie von einer „katastrophalen Situation“. Immerhin handele es sich mit Thomas Cook um den zweitgrößten Reiseveranstalter Europas. Derzeit versuchten sie und ihre Kollegen, die Kunden zu beruhigen und Grund in die Situation zu bekommen. „Air Berlin war auch nicht schön, aber eine Situation in so einem Umfang hatten wir auch noch nicht.“

Ähnlich sieht die Lage auch im City Reisebüro an der Lippstraße aus. „Es haben sich schon einige Kunden gemeldet, die noch fliegen“, sagt Mitarbeiterin Gabi Engelmeier. Die Verunsicherung gerade sei groß - sowohl bei den Reisebüros, als auch bei den Kunden. „Wir werden jetzt in unsere E-Mails schauen und im Auge behalten, wie der Stand der Dinge weitergeht. Im Moment ist die Situation sehr unbefriedigend.“

Das DER Reisebüro an der Rekumer Straße wollte sich auf Anfrage nicht zu dem Thema äußern.

Kunden sollen sich an Reiseveranstalter wenden

Der Reiseveranstalter Thomas Cook hatte am Montag auf seiner Internetseite verkündet, dass das Unternehmen Insolvenz beantragt hat. Bis Sonntagabend hatte der Konzern versucht, mit Investoren um eine Finanzierung von 200 Millionen Pfund (226 Millionen Euro) zu verhandeln - ohne Erfolg.

Der Flugbetrieb in Großbritannien wurde mit sofortiger Wirkung eingestellt. Das Tochterunternehmen Condor befördert ab heute keine Kunden mehr in Richtung Urlaub. Erste Kunden sind schon in Düsseldorf gestrandet. Rückflüge aus dem Urlaub sind davon bisher nicht betroffen. Bei Pauschalreisen aus Deutschland springen die Versicherer bei einer Insolvenz ein.

Betroffen sind Pauschalreisende von Thomas Cook, Neckermann, Öger Tours, Air Marin und Bucher Reisen. Sie sollten sich direkt mit Thomas Cook in Verbindung setzen, hieß es am Montagvormittag von Thomas Cook. „Wir werden Gäste mit Abreisen am 23. und 24. September baldmöglichst kontaktieren. Bitte sehen Sie davon ab, selbst in unseren Callcentern anzurufen“, heißt es auf der Unternehmensseite. Das Auswärtige Amt sagte möglicherweise im Ausland gestrandeten deutschen Urlaubern Unterstützung zu.

Mit dpa

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