Der Halterner Gerhard Ribbeheger (vorne links) ist nun Betriebsratsvorsitzender des Betriebsrates Gemeinschaftsbetrieb bei Evonik und auch Mitglied des Aufsichtsrats. © Evonik
Evonik Marl

Halterner vertritt knapp 7000 Arbeitnehmer im Evonik-Aufsichtsrat

Der Halterner Gerhard Ribbeheger engagiert sich für die Arbeitnehmerinteressen am Chemiestandort Marl. Als neuer Betriebsratsvorsitzender nimmt er ein besonderes Mitwirkungsrecht wahr.

Seit 2015 setzt sich Gerhard Ribbeheger am Evonik-Standort in Marl hauptberuflich für Arbeitnehmerinteressen ein. Der Halterner vertritt knapp 7000 Arbeitnehmer an einem der größten Chemiestandorte in Deutschland und in Europa. Nun hat ihn sein Weg an die Spitze des Betriebsrates geführt.

Am 1. April trat der 56-Jährige die Nachfolge von Anke Strüber-Hummelt an und ist jetzt Betriebsratsvorsitzender des Gemeinschaftsbetriebes Marl bei Evonik. Außerdem wurde er in den Aufsichtsrat der Evonik Industries AG bestellt. Der Aufsichtsrat ist das höchste Gremium des Unternehmens und dient als Kontrollgremium.

Gerhard Ribbeheger ist stolz über die neue Aufgabe

So gilt es einige Pflichten wahrzunehmen. Beispielsweise bedürfen diverse Entscheidungen der Zustimmung des Aufsichtsrates, etwa bei bestimmten Arten von Geschäften oder bei entsprechende Investitionen und Großprojekte, wie z.B. der jetzige Bau der neuen Polyamid12-Anlagen im Chemiepark Marl mit einem Volumen größer 400 Mio€.

Die Arbeitnehmervertreter sind insofern auch besonders gefordert, als sie die Unternehmenspolitik aus der Sicht der Arbeitnehmer betrachten und somit deren Interessen und Fragen in die Planungen, Diskussionen und Entscheidungen einbringen. So können Risiken rechtzeitig erkannt und Entwicklungen, die die Mitarbeiter eines Unternehmens betreffen könnten, aufgezeigt werden, wie letztens n wenn bei größeren Kostensenkungsprogramme verbunden mit Personalabbau anstehen.

„Ich bin stolz, diese Aufgabe übernehmen zu dürfen“, sagt Gerhard Ribbeheger zu seiner neuen Verantwortung bei Evonik. Der Familienvater, der in Sythen lebt, wurde erstmals 2010 in den Betriebsrat des Gemeinschaftsbetriebes Evonik Marl gewählt. Seit 2018 war er stellvertretender Betriebsratsvorsitzender. Sein Werdegang am Chemiestandort Marl hatte nach dem Abitur mit einer Ausbildung zum Maschinenschlosser bei der damaligen Hüls AG begonnen. Später absolvierte er die Abschlüsse als Industriemeister Metall und als Kraftwerksmeister.

Zurzeit ist die Pandemie und ihre dritte Welle ein Thema, das im Konzern größte Bedeutung hat. „Da ziehen alle an einem Strang“, betont der Halterner Gewerkschafter.

Die Pandemie hat auch Evonik fest im Griff

Im Alltag gehe es um Abstandsegeln der Mitarbeiter, um Schutzmaßnahmen durch Plexiglas oder Homeoffice, sagt Gerhard Ribbeheger. Gerade hat Evonik Schnelltests an seine Mitarbeiter verschickt, um das Infektionsrisiko möglichst gering zu halten. Am Standort Marl wurde außerdem ein Testzentrum eingerichtet.

„Es muss eine störungsfreie Produktion sichergestellt werden“, erklärt Gerhard Ribbeheger. So dürften auf keinen Fall ganze Schichten wegen eines Corona-Hotspots ausfallen.

Das Unternehmen ist bereit, seine Mitarbeiter und ihre Familien selbst zu impfen. Unter Leitung der Werksärzte wurden in der Kantine auf dem Werksgelände entsprechende Impfstraßen eingerichtet. „Binnen zwei Wochen könnten alle Mitarbeiter am Standort geimpft werden“, teilt Gerhard Ribbeheger mit. Es fehlt nur noch der Impfstoff.

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Silvia Wiethoff

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