Halternerin schreibt an Bundeskanzlerin Merkel - und bekommt Antwort

Senioren in der Corona-Krise

Corona macht einsam, schreibt die 84-jährige Ursula Braun aus Haltern am 5. Mai an Bundeskanzlerin Angela Merkel. Worauf sie kaum zu hoffen wagte: Am 26. Mai erhielt sie Post aus Berlin.

Haltern

, 31.05.2020, 14:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Ursula Braun schrieb wegen der Kontaktsperre im Zuge der Corona-Pandemie an Bundeskanzlerin Angela Merkel. Am 26. Mai kam die Rückantwort aus Berlin.

Ursula Braun schrieb wegen der Kontaktsperre im Zuge der Corona-Pandemie an Bundeskanzlerin Angela Merkel. Am 26. Mai kam die Rückantwort aus Berlin. © Elisabeth Schrief

Die wegen der Corona-Pandemie verhängte Kontaktsperre machte Ursula Braun schwer zu schaffen. Sie lebt allein in ihrer Wohnung, ihre Tochter mit Familie im Sauerland ist erst einmal unerreichbar. Ursula Braun ist es gewohnt, unter Menschen zu sein. Sie engagiert sich seit Jahrzehnten ehrenamtlich in der Seniorenarbeit, ist immer unterwegs. Dann saß sie fest und schrieb in dieser Trostlosigkeit am 5. Mai einen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Es sei nicht richtig, alte Menschen zu isolieren, schrieb sie, während gleichzeitig schon wieder diskutiert werde, ob elf Spieler auf dem Fußballplatz auflaufen dürften. Bei allem gut gemeinten Schutz für ältere Menschen müsse man aber auch an deren Psyche denken. Einsamkeit mache krank. Als Ursula Braun das schrieb, galten weitere Lockerungen noch nicht. Aus dem Bundeskanzleramt kam tatsächlich am 26. Mai eine Antwort.

Ursula Braun: Senioren sollten mutiger sein

Eine Mitarbeiterin aus dem Büro der Bundeskanzlerin schrieb, Angela Merkel danke Ursula Braun für den Brief. Sie habe die Ausführungen aufmerksam gelesen. Dann folgen Erklärungen zu den Verordnungen und der Hinweis, dass seit dem 11. Mai sich immerhin wieder Angehörige zweier Haushalte treffen dürfen. Und am Ende ein Gruß aus dem Kanzleramt.

Der Brief bestätigt Ursula Braun in der Ansicht, dass ältere Menschen sich bemerkbar machen müssen, dass sie ein Recht haben, ihre Meinung zu äußern und in Entscheidungen eingebunden zu werden. „Alte Menschen sollten einfach mehr Mut aufbringen“, findet Ursula Braun. Sie tut es.

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