Halterns friedlicher Motorradklub „Avalanche of Steel“ ist seit über 25 Jahren unterwegs

mlzMotorradklub

Die Mitglieder Norbert Forman und Gunther Berse erzählen von der Gründung des Motorradklubs, wie lange es dauert, um aufgenommen zu werden und distanzieren sich klar von kriminellen Klubs.

Haltern

, 06.07.2019 / Lesedauer: 3 min

Bei ihrer Gründung wurde den Motorradfahrern des „Avalanche of Steel MC“ keine große Zukunft vorhergesagt, erinnert sich Norbert Forman, Gründungsmitglied des Motorradklubs. Das ist nun bereits 27 Jahre her und der Klub existiert noch immer.

„Wir sind immer zusammen Motorrad gefahren“, erzählt der 63-Jährige. Bei ihren regelmäßigen Fahrten fuhren sie dabei auch immer wieder andere Klubs an. „Dann haben wir überlegt, selbst einen zu gründen.“ Aus der Idee wurde Wirklichkeit. Über 30 Mitglieder hatte der Klub damals bei seiner Gründung in Marl gehabt. Über Umwege gelangten die Motorradfahrer vor über zehn Jahren dann nach Haltern. Ihr Klubhaus (Zum Ikenkamp 10) ist ein ehemaliges Sozialgebäude der Bundesbahn.

Mehrere Jahre bis zur vollwertigen Mitgliedschaft

Die Bahn verkaufte allerdings sowohl das umliegende Gelände als auch das, auf dem die Avalanche of Steel ihr Zuhause haben, vor einiger Zeit an die Familie Köster. „Wir haben damit gerechnet, dass wir weg müssen“, gesteht Norbert Forman. Doch das war nicht der Fall. „Für Familie Köster war von Anfang an klar, dass wir bleiben können“, erzählt das Gründungsmitglied.

Halterns friedlicher Motorradklub „Avalanche of Steel“ ist seit über 25 Jahren unterwegs

Gunther Berse präsentiert das Logo des "Avalanche of Steel MC". © Pascal Albert

Neben Norbert Forman sind heute nur noch zwei weitere Mitglieder von 1992 dabei. 16 Mitglieder zählt der Klub aktuell. „Alles bodenständige Leute“, sagt Gunther Berse, der selbst schon seit über zehn Jahren Mitglied ist. Wer auch zu den Avalanche of Steel, zu der „Lawine aus Stahl“, gehören will, könne einfach vorbeikommen und sich vorstellen. Sofort Mitglied werden ist allerdings nicht möglich. „Bis man ein vollwertiges Mitglied wird, vergehen mindestens zwei Jahre“, erklärt er.

Als „Kennenlernphase“ bezeichnet Gunther Berse die erste Zeit, in der Interessierte bei den Ausfahrten der Biker mitfahren können. Wenn es zwischen beiden Seiten passt, folgt dann die Probezeit. Dann gibt es auch die ersten „Patches“, die ersten Aufnäher für die eigene Kutte.

„Wir sind eine Familie“

Die Kutte dient als Markenzeichen ihres Klubs. Auf dem Rücken prangt ein Motorrad, welches aus der Ferne auf einen zurast - wie eine Lawine aus Stahl. So bedrohlich der Name auch klingen mag, Gunther Berse und Norbert Forman sind das nicht. Mit Vorurteilen haben die beiden, sagen sie, nicht zu kämpfen. Negative Blicke gebe es beispielsweise nicht, wenn sie mit ihren Kollegen in ihren Kutten irgendwo auftauchen.

„Wir distanzieren uns von Gewalttaten, Drogen und Prostitution.“ - Gunther Berse

Dass es aber auch ein paar schwarze Schafe in der Welt der Motorradklubs gibt, wissen sie auch. Mit solchen Gruppierungen wollen sie aber nichts zu tun haben. „Wir distanzieren uns von Gewalttaten, Drogen und Prostitution“, macht Gunther Berse deutlich. Vielmehr steht der Klub für ein positives Zusammensein. „Wir sind eine Familie“, sagt er. Eine Familie, die gerne auch Auswärtige zu ihren Feiern einlädt.

Zuletzt veranstalteten die Biker ein Rock-Festival auf ihrem Klubgelände. „Mit der Resonanz und der Party waren wir zufrieden“, erzählt Norbert Forman. Insgesamt acht Bands spielten an zwei Tagen, der Eintritt war frei. „Wir wollen nicht reich werden“, erklärt Gunther Berse den Verzicht auf einen Eintritt.

Festivals, Geburtstage und Hochzeiten

„Die Leute sollen Spaß haben und die Bands eventuell noch Anschluss-Gigs bekommen.“ Drei Gruppen erhielten dann auch im Laufe des Wochenendes Anfragen für weitere Auftritte. Für die Klubmitglieder war es jedoch nicht nur ein spaßiges, sondern vor allem ein anstrengendes Wochenende.

Denn während des Festivals hatten sie einiges zu tun, unter anderem führten sie Einlasskontrollen durch. Kaum einer sei an diesen Tagen nach Hause gefahren, erzählen sie. Wer eine Pause brauchte, konnte sich im Schlafraum des Klubhauses ausruhen.

Festivals sind allerdings nicht die einzigen Veranstaltungen, die auf dem Gelände des Motorradklubs stattfinden. Der Partyraum wird immer wieder für 18. Geburtstage genutzt. Auch Hochzeiten und 70. Geburtstage gab es dort schon. Doch auch hier geht es den Mitgliedern mehr um den Spaß als um das Geld. Denn auch durch solche Partys „werden wir nicht reich“, erklärt Gunther Berse.

Lesen Sie jetzt