Halterns Kultkneipe Schänke: Mit Spaghetti zurück in den Alltag

mlzNeue Öffnungszeiten

Halterns Kultkneipe, die Schänke, hat wieder geöffnet. Mit Corona waren dort große Sorgen eingezogen, weshalb Freunde fünfstellig spendeten. Nun geht es mit neuen Öffnungszeiten weiter.

Haltern

, 05.06.2020, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Schänke ist das Szenelokal der Halterner Rockmusiker, aber genauso das Kompanielokal der Rübezahl-Gildeschützen. Sie ist für ihre Fangemeinde das Wohnzimmer. Die Schließung nach Ausbruch von Corona warf Günter und Sylvia Hildebrandt zurück, dazu kamen gesundheitliche Probleme.

Die Zukunft stand in den Sternen - bis die Freunde mit einer Idee um die Ecke kamen. Patrick Kramer startete eine Spendenaktion und initiierte mit Freunden per Live-Stream einen ganz besonderen virtuellen Schänke-Abend, der Günni und Sille Mut machte.

Am 4. Juni (Donnerstag) waren sie alle wieder da. In der von Patrick Kramer und einem Freund Corona-sicher umgebauten Schänke liefen vor allem die Spaghetti-Teller. Nach zwei Stunden waren alle Vorräte aus der Küche verschlungen und einige Gäste mussten sogar wieder weggeschickt werden, weil sonst die Abstandsregeln nicht mehr hätten eingehalten werden können.

Besondere Maßnahmen in Zeiten von Corona

Die Stammgäste müssen sich an einige Neuerungen gewöhnen. Die gesamte Theke ist hinter Plexiglas verschwunden, Getränke gibt es nur für die Bedienung an einer Durchreiche, es wird darauf geachtet, dass sich schmutzige und saubere Gläser nicht kreuzen und der Eingang ist wie der Ausgang eine Einbahnstraße.

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Mit Rücksicht auf die angeschlagene Gesundheit von Günter Hildebrandt öffnet die Schänke zunächst lediglich an drei Tagen: Donnerstag, Freitag und Samstag ab 18 Uhr. Der Donnerstag ist Spaghetti-Tag, samstags gibt es wechselnde Küche. Da kommen beispielsweise Currywurst-Topf oder Chili con Carne auf den Tisch.

Freunde spendeten innerhalb eines Monats 11.459 Euro

Derweil ist die Spendenaktion beendet. Seit dem 2. Mai haben 228 Freunde und Stammgäste der Hildebrandts 11.459 Euro gespendet. Das Geld half, Pacht und Nebenkosten während der wochenlangen Schließung zu begleichen. Außerdem drehten André Haggeney, Patrick Kramer und Tom Rath mit Unterstützung weiterer Rockfans den Musikfilm „Die letzte Bar der Stadt“ zu Ehren der Schänke.

Der Beistand in der Coronakrise hat Günter und Sylvia Hildebrandt überwältigt. „Diese Nähe, die wir trotz der verordneten Entfernung spüren, gibt uns Hoffnung, dass es in der Schänke weitergeht“, hatten beide Mitte Mai gesagt. Und auch das: „Wir arbeiten an einem Konzept für eine Wiedereröffnung. Da dürft Ihr alle sicher sein!“ Das Ehepaar hat Wort gehalten.

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