Halterns neue Pfarrer stellen sich vor

Radtour zur Einführung

Die neuen Pfarrer sind da und richten sich gerade ein: André Pollmann wohnt im Pfarrhaus St. Marien, Michael Ostholthoff im alten Pfarrhaus St. Sixtus. Am Montag haben sie sich offiziell im Rathaus angemeldet und gleich den Bürgermeister besucht. Denn der hatte zufällig Sprechstunde. Am Sonntag dann feiern sie mit den Gemeindemitgliedern von St. Sixtus ihren Einzug in Haltern als neue Seelsorger nach dem Fortgang von Martin Ahls.

HALTERN

von Elisabeth Schrief

, 09.09.2017, 05:57 Uhr / Lesedauer: 2 min
Zu ihrer Einführung laden die Pfarrer zu Radtouren durch die Gemeinden ein.

Zu ihrer Einführung laden die Pfarrer zu Radtouren durch die Gemeinden ein. © Foto Holger Steffe

Sie sind von Münster gekommen und befinden sich als Westfalen am rechten Fleck. „Wir haben uns beim Heimatfest ein erstes Bild von Haltern gemacht. Wo so viel Leben in einer Stadt herrscht, da muss auch viel kirchliches Leben möglich sein“, sagt Michael Ostholthoff (41).

„Die Sixtuskirche steht am Kreuzpunkt der Innenstadt-Straßen, um sie herum gruppieren sich viele Kirchorte außerhalb des Stadtzentrums. Schöner kann es doch gar nicht sein“, auch André Pollmann (45) fühlt sich in seiner Zusage für Haltern bestärkt.

Kurzweilige Gottesdienste

Seit 16 Jahren sind sie in der Kirche gemeinsam unterwegs. Zuletzt waren sie Pfarrer der Studentengemeinde Münster. Zusammen wollen sie nun auch gleichberechtigt die Pfarrei St. Sixtus leiten. Eine Doppelspitze sei in einer Kirchengemeinde genauso möglich wie in der Politik.

„Wir wollen vor allem seelsorgerische Akzente setzen und bezüglich der Verwaltungsarbeit Hilfe in Anspruch nehmen. Das ist auch der neue Weg des Bistums“, sagt Michael Ostholthoff zum Rollenverständnis der beiden Pfarrer. Behutsam tasten sie sich an ihre künftigen Aufgaben heran. „St. Sixtus ist mit 22000 Katholiken eine sehr komplexe Gemeinde. Wir tun gut daran, uns Zeit zu nehmen, gut hinzuschauen, dann zu urteilen und unser künftiges Tun zu entwickeln“, erklärt André Pollmann.

Ganz viel Potenzial sehen die Pfarrer in den Kindergärten. Sie wollen mehr junge Familien erreichen und neu für Kirche begeistern. Beginnen werden sie im Oktober mit einem Familiengottesdienst an einem Sonntagnachmittag in Sythen.

Ebenso wollen sie Messdiener und Jugendgruppen begleiten („die Kirche ist jung“), aber grundsätzlich jeder Generation mit großer Offenheit begegnen. Mit allen gelte es zu überlegen, was in St. Sixtus möglich sei und was nicht. Michael Ostholthoff: „Ich gebe dabei zu bedenken: Es kommen zwei Menschen und nicht zwei Wundertäter nach Haltern.“ Die Hilfe derer, die schon lange Seelsorge in Haltern tun, sei nach wie vor unverzichtbar. Genauso das Verantwortungsgefühl der Gemeinden: Statt eine Versorgungshaltung einzunehmen, sei ein Mitwirken gefragt.

Mehr Begegnung

Ihre Gottesdienste sollen kurzweilig sein. Die Sprache der Liturgie und der Gebete müsse sich an die Sprache der Menschen angleichen. André Pollmann: „Das Leben, das wir in den Gottesdiensten feiern, soll sich im Alltag buchstabieren.“ Beiden schwebt vor, dass Kirche sich wieder mehr zu einem Treffpunkt entwickelt. Sie können sich vorstellen, dass nach der Sonntagabendmesse in St. Sixtus, die immer einer der beiden lesen wird, Begegnung stattfindet. „Schließlich heißt Gottesdienst: Wir kommen zusammen.“

Und noch ein Wort zur Fusion: Leben vor Ort müsse ein Baustein sein und bleiben. „Nur weil das Bistum sich neue Strukturen ausdenkt, muss man Altes nicht aufgeben.“ Doch sie sind angesichts der Priesterzahl und der Kirchenbesucher realistisch genug, um zu sehen: Es wird künftig weniger Eucharistiefeiern geben. Zusammenkünfte der Gemeinden könnten auch anders ermöglicht werden. „Wir sind gerne Anwälte für neue Ideen.“

„Wir trauen Kirche in Haltern viel zu, unter anderem Zukunft“, mit dieser Einstellung treten die Pfarrer André Pollmann und Michael Ostholthoff ihre Aufgabe an. Und: „Wir sind hoffnungslos hoffnungsvoll!“ Noch eins: Mittwochs haben die Pastöre frei!

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