Alle politischen Parteien lobten im Ausschuss Generationen und Soziales die Arbeit der Tageseltern. Unser Foto entstand im Garten der Großpflegestelle „Bunter Hund“ mit Sitz in der Glashütte. © Elisabeth Schrief (A)
Tagespflege

Halterns Parteien und Tageseltern stellen Frieden wieder her

Angebliche abwertende Äußerungen in der letzten Sitzung des Ausschusses Generationen und Soziales hatten viel Verdruss ausgelöst. Jetzt schlossen Politiker und Tageseltern Frieden.

Sabine Becker von der Großtagespflegestelle Wuselland Sythen berichtete im Ausschuss Generationen und Soziales über den Alltag und die Herausforderungen in der Kindertagespflege. Hintergrund war die Behauptung, Grüne und SPD hätten sich in der März-Sitzung angeblich abwertend über Tageseltern geäußert. Die CDU stellte daraufhin den Antrag, die Tagespflege in der Juni-Sitzung zum Thema zu machen, um belastende Äußerungen aus dem Weg zu räumen. Tageseltern wandten sich empört an die Öffentlichkeit.

„Keine Aufbewahrungsstätten zweiter Wahl“

CDU, SPD und Grüne klärten in einer Videokonferenz die Fronten, im Ausschuss am 8. Juni entschuldigte sich Hendrik Griesbach (CDU-Fraktionsvorsitzender) und zog die Bewertung über vermeintlich negative Äußerungen der beiden anderen Parteien zurück. Alle im Ausschuss vertretenen Parteien bekräftigten daraufhin, wie wichtig, sinnvoll und gut die Arbeit der Tageseltern sei. „Die Tagespflegestellen sind keine Aufbewahrungsstätten zweiter Wahl“, betonte Selina Moseleit (FDP), ohne sie sei ein früher Berufseinstieg nach der Geburt eines Kindes unmöglich. Auch Bürgermeister Andreas Stegemann nutzte die Gelegenheit für ein Dankeschön: „Sie sind eine unverzichtbare Säule der Kinderbetreuung in Haltern.“

Sabine Becker und die im Zuschauerraum anwesenden Tageseltern quittierten so viel Lob mit Applaus. „Uns beschlich schon ein Gefühl mangelnder Wertschätzung“, gestand Sabine Becker, nachdem sie von angeblich negativen Kommentaren in der Ausschuss-Sitzung im März gehört hatte.

130 Kinder werden in Haltern von 34 Tageseltern betreut, im Jahr 2013 waren es gerade einmal 30 Jungen und Mädchen. In den Gruppen spielen und lernen zwischen fünf und neun Kinder im Alter vom 10. Monat an bis zu drei Jahren wahlweise 25, 35 oder 45 Stunden in der Woche. Aber auch Betreuung in den Randzonen oder an Wochenenden ist nach Absprache möglich. Die Tageseltern sind gut gerüstet. „Es werden hohe Ansprüche an Ausbildung und Ausstattung gestellt“, verdeutlichte Sabine Becker. Die Tagespflege sei eine solide Brücke zum Kindergarten.

Die Tagespflege habe seit 2013, seit dem Rechtsanspruch auf U-3-Plätze im Kindergarten, an Bedeutung gewonnen, betonte Jugendamtsleiter Gisbert Drees. Sie sei ein unerlässliches Instrument, um Elternwünschen gerecht zu werden. Nur durch ein Zusammenspiel von allen Beteiligten sei es überhaupt möglich, viel und gute Betreuung für die Kinder unter drei Jahren in Haltern anzubieten. Dass ein Platz in der Tagespflege im Schnitt 2000 Euro im Jahr teurer als ein Kindergarten-Platz sei, sei durchaus gerechtfertigt.

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Elisabeth Schrief

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