Halterns Parteien zur Bebauung Dahlienstraße: „Ein schwieriger Spagat“

mlzNeues Wohngebiet

Die Häuser rund um die Dahlienstraße bilden seit Jahrzehnten ein homogen geplantes Wohngebiet. Jetzt entsteht in den Augen der Familien überdimensioniertes Neues. Das sagt die Politik dazu.

Haltern

, 28.05.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Anwohner der Dahlienstraße wehren sich gegen große Wohnkomplexe in ihrer Siedlung, die eigentlich aus Ein- und Zweifamilienhäuser besteht. Und sie wehren sich gegen das neue Wohnprojekt hinter ihren Gärten zwischen Sundernstraße und Hennewiger Weg, wo auf einem Grünstreifen nach ersten Informationen der Nachbarn in dichter Bebauung Mehr- und Einfamilienhäuser entstehen sollen. Das allerdings dementierten die Investoren, zwei Sythener Familien. Sie betonen, die neue Bebauung passe sich in die alte Siedlung ein.

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Stadt und Investoren luden vorab die Familien rundum zu einer Bürgerversammlung ein, die Grünen machten mit den Anwohnern eine Ortsbegehung, die CDU war ebenfalls vor Ort. Das sagen die Parteien zu der aktuellen Lage:

CDU: Nicht den Charakter der Stadt aufgeben

Die CDU stehe für eine bauliche Entwicklung mit Augenmaß, betont Fraktionsvorsitzender Andreas Stegemann. Haltern solle den Charakter einer kleinteiligen Stadt mit angemessener Bebauung nicht verlieren. „Wir stehen einer Wohnbebauung im Bereich Dahlienstraße offen gegenüber, jedoch unter den gleichen Bedingungen wie im bereits bestehenden Bebauungsplan festgeschrieben.“ Nur so könne ein einheitliches Erscheinungsbild gewahrt werden. Im Rahmen eines Bebauungsplanverfahrens könnten diese Vorstellungen auch als klare politische Vorgabe geäußert werden, anders als bei den Innenverdichtungen im Bereich des § 34 Baugesetzbuches.

SPD: Bedenklich, die Politik auszuklammern

Die SPD kann sich durchaus eine angemessene städtebauliche Entwicklung auf der Grünfläche vorstellen. Sie müsse aber dem Charakter des Siedlungsgebietes entsprechen, sagt Fraktionsvorsitzende Beate Pliete. Dass Stadt und Investoren die Bürger im Rahmen einer Versammlung frühzeitig beteiligt hätten, begrüße sie.

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Dass die Politik nicht dazu gebeten wurde, findet sie allerdings bedenklich: „Es ist überaus schwierig, die politischen Entscheidungsträger vonseiten der Stadtverwaltung hier außen vor zu lassen, allein um Missverständnissen aus dem Weg zu gehen.“

Wählergemeinschaft: Noch ist nichts festgezurrt

Die Verwaltung habe die Politik im Unklaren gelassen, das sagt auch Ludwig Deitermann, Fraktionsvorsitzender der Wählergemeinschaft (WGH), vorwurfsvoll. Er hat sich mit den Investoren getroffen, um nachzufragen. Demnach steckt die Planung noch ganz in den Anfängen. Vorgesehen seien nach jetzigem Stand zweigeschossige Doppelhaushälften und Reihenhäuser - angepasst an die Bebauung der Dahlienstraße.

„Aus meiner Sicht spricht nichts dagegen. Aber noch ist nichts festgezurrt. Auf jeden Fall handelt es sich hier nicht um obskure Investoren.“ Die WGH wolle auf die endgültige Planung warten, aber dann schon darauf achten, dass die Vorgaben aus dem Bebauungsplan eingehalten werden.

FDP: Es ist an der Zeit, behutsamer vorzugehen

Es werde immer die Schwierigkeit sein, den Spagat zwischen Weiterentwicklung der Stadt und den Charme der Seestadt zu erreichen, findet FDP-Fraktionsvorsitzender Kai Surholt. Anwohner, Investoren und auch das Bau- und Handwerk mit sehr wichtigen Arbeitsplätzen hätten oftmals sehr konträre Interessen.

„Da den gleichen Nenner zu finden, ist tatsächlich eine hohe Kunst!“

Gerade an bestimmten Stellen wie Sundernstrasse, Fliederbusch und Dahlienstraße hätten sehr große und auch grenzwertig ausgenutzte Bebauungen stattgefunden. „Die Sorgen der Anwohner können wir vollkommen nachvollziehen. Ich glaube, es ist an der Zeit, dass hier wesentlich behutsamer vorgegangen werden muss“, sagt Surholt deutlich.

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