Halterns Radprofi Markus Schulte-Lünzum ist von Trainingslager auf Mallorca zurückgekehrt

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Am Samstag kehrte der zweifache deutsche Meister, Mountainbiker Markus Schulte-Lünzum, vom Trainingslager auf Mallorca zurück. Wie geht Halterns Profisportler mit der Corona-Krise um?

Haltern

, 18.03.2020, 10:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Bereits vor Monaten hatte der Halterner Markus Schulte-Lünzum verkündet, dass er seine Karriere als Leistungssportler nach der WM 2020 in Albstadt beenden wird. Anlass für das frühe Ende ist das vorzeitige Aus seines Rennstalls Bike Way Israel. Wie viele Rennen er am Ende wirklich noch fahren kann, ist aktuell aufgrund der Ausbreitung des Corona-Virus aber ungewiss.

„Am kommenden Wochenende wäre eigentlich das erste Bundesligarennen in Bayern gewesen, aber bis Anfang Mai sind alle Rennen abgesagt“, erzählt er im Gespräch mit unserer Redaktion. „Auch uns in der Radsportszene bleibt nichts anderes übrig, als die weitere Entwicklung abzuwarten.“

Fünf Rennen von Absage betroffen

Bis zur WM in Albstadt hätten eigentlich noch zehn Wettkämpfe in seinem Rennkalender gestanden. Fünf davon sind jedoch von der aktuellen Absage betroffen. Sie werden definitiv entfallen. „Die anderen fünf Rennen würde ich natürlich gerne noch fahren. Hoffentlich klappt es, wobei es derzeit wirklich Wichtigeres gibt“, sagt er.

Mit dem Bundeskader, also der Nationalmannschaft, war der 28-Jährige bis vergangenen Sonntag auf Mallorca zum Trainingslager. „Wir haben dort eine ganz normale Trainingsvorbereitung für die bevorstehenden Wettkämpfe absolviert. Es standen zum Beispiel einige Intervalleinheiten auf dem Plan.“ Mit ihm seien auf der Insel insgesamt zehn Fahrer aktiv gewesen. „Wir waren zusammen in einem Hotel untergebracht, hatten darüber hinaus jedoch nicht viele, weitere Kontakte.“

Das Thema Corona sei im Team auf Mallorca eigentlich auch nur am Rande präsent gewesen. „Gefühlt waren wir da wie in einer Blase“, erzählt der Halterner. Mittlerweile hat sich allerdings auch auf Mallorca die Situation dramatisch verändert. Urlauber dürfen nicht einmal mehr an den Strand.

Ausgangssperre in Spanien

Zur Bekämpfung der Epidemie gibt es in ganz Spanien und auf allen kanarischen Inseln eine Ausgangssperre. In Spanien, so ist zu lesen, werden mittlerweile auch Biker auf den Straßen von der Polizei kontrolliert. Nur noch aus zwingend notwendigen Gründen dürfen die Bürger in der Corona-Krise auf die Straße.

In Deutschland ist das Radfahren (Anm. d. Red: Stand Mittwoch 18. März) weiterhin erlaubt. Markus Schulte-Lünzum setzt sein Training daher noch fort. „Es sind eher Ausfahrten, um Sonne und frische Luft zu tanken. Ein strukturiertes Training ist in der Praxis nur möglich, wenn man sich gezielt auf einen Wettkampf vorbereitet.“ Angst verspüre er persönlich bislang nicht. „Als Sportler hat man in der Regel ja auch ein gutes Immunsystem.“

In den vergangenen Tagen habe er aber überlegt, wie er einen solidarischen Beitrag leisten kann. „Zum Thema selbst kann man als Laie nicht wirklich etwas Produktives beitragen. Es macht nur wenig Sinn, sich dazu zu äußern.“

Abstand halten

Auf seinem offiziellen Instagram-Account, wo ihm über 5000 Fans folgen, hat er nun jedoch einen Aufkleber des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) gepostet. Darauf zu sehen: Das Symbol eines Autos und eines Radfahrers mit dem empfohlenen Mindestabstand von 1,5 Metern. Schulte-Lünzum: „Was offensichtlich für Autos beim Überholen von Radfahrern gilt, sollte für uns alle derzeit auch im Umgang mit unseren Mitmenschen selbstverständlich sein.“

Die Regel ist, Radfahrer mit einer Lücke von mindestens 1,5 Metern zu überholen. „Wenn ein Auto aber enger an mir vorbeifährt, bekomme ich Angst und fühle mich nicht sicher. Dasselbe gilt, wenn man in der aktuellen Situation mit Corona keine Distanz zu anderen hält. Es ist unsicher, die Regeln und Einschränkungen unserer Regierungen nicht zu befolgen.“

Er wünsche sich, dass sich das alle vor Augen halten, Verantwortung übernehmen und die Regeln befolgen. „Wir sind alle gefordert, die weitere Ausbreitung des Virus gemeinsam, so gut es geht, einzudämmen.“

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