Ihre Zeugnisse erhalten Halterns Schüler diesmal nicht auf dem sonst üblichen Weg. © Jürgen Wolter
Zeugnisvergabe

Halterns Schüler erhalten ihre Zeugnisse auf ungewöhnlichem Weg

Aufgrund der gebotenen Kontaktbeschränkungen hat NRW den Schulen drei Möglichkeiten für die Zeugnisvergabe empfohlen. Halterns Schulen haben sich nun für eine entschieden – mit einer Ausnahme.

„Eine gemeinsame Entscheidung“ haben die Stadt und die drei weiterführenden Schulen in Haltern am See getroffen, sagt Frank Cremer, Schulleiter der Alexander-Lebenstein-Realschule. Die Zeugnisvergabe am kommenden Freitag (29.1.) läuft nicht wie gewohnt ab.

Drei Möglichkeiten bot das Land NRW den Schulen, ihren Schülern die Halbjahreszeugnisse auszuhändigen. Die Stadt und Halterns weiterführende Schulen haben sich nun auf eine geeinigt.

Das Land stellte den Schulen frei, die Zeugnisse entweder in Präsenz zu übermitteln, eine elektronische Vorabübermittlung mit anschließender Aushändigung vorzunehmen oder die Zeugnisse per Post zuzustellen. Aus mehreren Gründen entschieden sich die Schulen zusammen mit der Stadt für die Zustellung per Post.

Gebotene Kontaktbeschränkungen sollen eingehalten werden

Die Halbjahreszeugnisse in Präsenz auszuhändigen, wollten die Schulen nicht, „um zu vermeiden, dass die Busse und Bahnen überfüllt sind“, sagt Dagmar Perret, Schulleiterin der Joseph-Hennewig-Hauptschule. Diese Gedanken machten sich vor allem das Joseph-König-Gymnasium und die Realschule, da sie über die größte Anzahl an Schülern verfügen.

In einem Elternbrief der Realschule wird erklärt: „Es kämen an diesem Freitag zirka 2100 Schüler zum Schulzentrum.“ Selbst wenn diese zeitversetzt anreisten, würde ungefähr die Hälfte mit Bus oder Bahn fahren, rechnet Realschulleiter Frank Cremer vor. Unter den derzeit gebotenen Kontaktbeschränkungen sei das nicht sinnvoll gewesen, erklärte er.

Auch eine elektronische Vorabübermittlung der Zeugnisse wäre kaum machbar gewesen, so Cremer. „Wir hätten alle Zeugnisse einzeln einscannen, abspeichern und versenden müssen“, sagt er. Zeitlich wäre es schwierig geworden, das umzusetzen. Zudem hätte eine Zustimmung der Eltern für diesen Weg vorliegen müssen.

Schulträger übernimmt die Kosten

Also entschieden sich Schulträger und Schulen gemeinsam dazu, die Zeugnisse per Post zuzustellen. In dem Elternbrief heißt es, dass die Briefe am Donnerstag aufgegeben werden. Gerechnet wird damit, dass die Zeugnisse am Freitag (29.1) oder Samstag (30.1.) bei den Schülern eintreffen.

Sollte das nicht der Fall sein und die Zeugnisse sind zu Beginn der kommenden Woche noch nicht eingetroffen, sollen sich die Eltern telefonisch im Sekretariat ihrer Schule melden. Die „hohen Kosten“ für die Zustellung der Halbjahreszeugnisse per Post übernehme die Stadt Haltern als Schulträger, geht aus dem Elternbrief hervor.

Eine Ausnahme der postalischen Zeugnisversendung stellen die Qualifikationsstufen 1 und 2 des Gymnasiums dar. „Die Q2 hat ihre Zeugnisse bereits am vergangenen Freitag zeitversetzt in Präsenz bekommen und die Q1 ebenso am kommenden Freitag“, sagt Schulleiter Ulrich Wessel. „Die Zeugnisse geben wir in Präsenz aus, da das die einzigen sind, gegen die die Schüler Einspruch einlegen können, weil es um ihre Abitur-Note geht“, so Wessel.

Ebenfalls einen anderen Weg geht das Hans-Böckler-Berufskolleg Marl/Haltern. Die Zeugnisvergabe laufe wie in einem Drive-Inn-Verfahren ab, sagt Kathrin Ollas, Leiterin des Standortes Haltern. Die Schüler müssen sich vorab digital anmelden, um die Vergabe zu entzerren. „Wir händigen die Zeugnisse am Freitag von 7 bis 18 Uhr und am Samstag von 9 bis 13 Uhr aus“, so Ollas.

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Niklas Berkel

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