Halterns typischer Stadtrat ist ein 55-jähriger Lehrer

Statistik-Auswertung

Das typische Stadtratsmitglied ist in NRW mehr als 55 Jahre alt, männlich und hoch gebildet. Das geht aus einem Gutachten für das Kommunalministerium des Landes hervor. Daraufhin haben wir diese Daten mit Blick auf den Halterner Stadtrat überprüft.

HALTERN

von Kevin Kindel

, 29.08.2017, 15:03 Uhr / Lesedauer: 1 min
Das Neue Rathaus an der Dr.-Conrads-Straße mit der Statue des Kardinals von Galen. Foto: Kevin Kindel

Das Neue Rathaus an der Dr.-Conrads-Straße mit der Statue des Kardinals von Galen. Foto: Kevin Kindel © Foto: Kevin Kindel

Die sechs im Stadtrat vertretenen Parteien CDU, SPD, Grüne, WGH, FDP und UBP stellen insgesamt 44 Abgeordnete. Und tatsächlich deckt sich das Bild aus dem hiesigen Rathaus sehr mit dem landesweiten Ergebnis.

Der typische Halterner Lokalabgeordnete ist 55 Jahre alt und männlich. Damit ist der Durchschnitts-Ratsherr zehn Jahre älter als der durchschnittliche Halterner Bürger (der Bertelsmann-Stiftung zufolge 45 Jahre). Nur fünf der Politiker sind jünger als 40 Jahre alt. Das „Küken“ des Stadtrats ist mit 27 Jahren Hendrik Griesbach, der Stadtverbands-Vorsitzende der CDU, die älteste Ratsfrau ist Annette Große Onnebrink von der SPD (75). „Vor allem Schüler, Studenten und Berufseinsteiger sind im Vergleich zur Bevölkerung erheblich unterrepräsentiert“, sagt der Bochumer Sozialwissenschaftler Prof. Jörg Bogumil, der das landesweite Gutachten erstellt hat.

Neun Halterner Abgeordnete – und damit etwa jeder fünfte – sind Lehrer. Die nächstgrößere Berufsgruppe stellen Ingenieure (fünf). 27 männliche Volksvertreter sitzen 17 Frauen gegenüber. Mehr als drei Viertel sind verheiratet, außerdem hat der Mandatsträger im Schnitt zwei oder mehr Kinder. 40 Prozent der Politiker sind mindestens seit 2004 im Rat.

Bindung nicht möglich


Halterns Bürgermeister Bodo Klimpel sagt auf Anfrage: „Ich habe schon den Eindruck, dass unsere gewählten Ratsmitglieder die Halterner Bevölkerung insgesamt recht gut repräsentieren.“ Aber natürlich könne er sich gut vorstellen, dass es noch besser wäre, wenn mehr junge Leute im Rat säßen oder in den Ausschüssen mitarbeiten würden. „Allerdings sollten wir auch berücksichtigen, dass es für viele junge Frauen und Männer gar nicht möglich ist, sich politisch für fünf oder mehr Jahre zu binden.“ Bei den Halterner Fraktionen seien weitere Mitstreiter jederzeit willkommen.


Die Daten ergeben sich aus eigenen Angaben der Politiker aus dem Jahr 2014.

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