Hausärzte fürchten um ihre Existenz

HALTERN Es rumort bei den Halterner Hausärzten. Sie haben die Nase voll. Seit Jahren beklagen sie die Lücke zwischen Honorar und Leistung. So wenig wie in NRW verdiene kein Arzt in der Republik, betonen sie.

von Von Elke Rüdiger

, 24.03.2009, 16:03 Uhr / Lesedauer: 1 min

„Dieses System bedeutet einen erheblichen Verlust in der eingespielten und auf Vertrauen basierenden Arzt-Patienten-Beziehung und wird einen erheblichen Qualitätsverlust nach sich ziehen“, sind sich die Halterner Mediziner einig. Ein Hausarzt mit einer „einfachen“ Praxis (wenig Diagnostik, überwiegend sprechende Medizin, geringer Personalbedarf) werde möglicherweise überleben können. „Viel schwerer wird es für die breit gefächerte Facharztpraxis, in der teures Gerät und hoch qualifiziertes Personal vorgehalten werden muss, sowie in den Praxen im ländlichen Bereich.“

Diese „teuren“ Praxen seien nicht mehr gewünscht – von einigen Ausnahmen abgesehen. Dr. Frick und Dr. Heufers wenden sich gegen die Politik und die Kassenärztliche Vereinigung (KV). Sie wollen ihren Hausärzteverband dabei unterstützen, eigenständig Hausarztverträge mit den Krankenkassen auszuhandeln – auch um die Regress-Grenze für Medikamente und Heilmittel zu lockern. „Wir müssen die Patienten informieren und Einblick geben in die Vergütungs- und Versorgungsstruktur. Nur wenn der Patient gemeinsam mit dem Arzt seine berechtigten Interessen einfordert, wird sich die Politik für Neuerungen interessiert zeigen.“ Die beiden Mediziner rechnen mit einer Großaktion, in der die Lokalpolitiker mit einzubeziehen seien, denn „die sind verantwortlich, wenn die Hausarztversorgung nicht mehr gewährleistet ist“

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