Hausärztin appelliert an Patienten: Quarantäne-Regeln gelten auch bis zum Testergebnis

mlzTest auf Coronavirus

Die Lage an den Coronavirus-Testzentren hat sich laut Kreis entspannt - in der letzten Woche kam es dort zu längeren Schlangen. Nach wie vor kann es aber zu Wartezeiten beim Ergebnis kommen.

24.03.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Kreis Recklinghausen konnte mithilfe der Hilfsorganisationen DRK, Malteser Hilfsdienst und ASB die Lage an den Coronavirus-Abstrich-Zentren in den vergangenen Tagen deutlich entspannen. Das teilte Lena Heimers vom Kreis Recklinghausen auf Anfrage mit. In den letzten Woche gab es Berichte über lange Warteschlangen an den einzelnen Stationen - obwohl die meisten Patienten eine Überweisung durch den Hausarzt vorweisen konnten.

Das DRK hat zudem die zentrale Koordinierungsstelle übernommen, die die Coronavirus-Verdachtsfälle auf die jeweiligen Abstrich-Zentren verteilt. Zwei stationäre Zentren und eine mobile Drive-through-Station, bei der man im Fahrzeug sitzen bleiben könne, gebe es zurzeit im Kreisgebiet, so Heimers. Dort seien geschulte Mitarbeiter der Hilfsorganisationen im Einsatz, die die Abstriche vornähmen. Große Menschenansammlungen wie am Anfang wolle man durch die ausgeweiteten Kapazitäten vermeiden.

Es könne aber bei den Testergebnissen zu Wartezeiten kommen, sagt Lena Heimers. Waren es anfangs im Schnitt 48 Stunden, bis das Ergebnis vorlag, könne es mittlerweile 72 Stunden oder in Einzelfällen auch länger dauern. „Das ist sehr abhängig vom Testlabor“, so Lena Heimers weiter. Patienten sollten aber auch in dieser Zeit die Auflagen zur Quarantäne einhalten. „Es werden weiterhin nur begründete Coronavirus-Verdachtsfälle getestet, da macht es Sinn, wenn diese Personen bis zum negativen Testergebnis in häuslicher Isolation bleiben.“

Auch die Halterner Hausärztin Dr. Astrid Keller appelliert an Verdachtsfall-Patienten: „So lange man auf das Ergebnis eines Tests wartet, gilt die Quarantäne. Auch wenn es länger dauert.“ Es habe in Haltern Fälle gegeben, dass Leute schon wieder unterwegs waren und dann doch noch von einem positiven Ergebnis überrascht worden seien.

Testergebnisse wichtig für Lagebeurteilung

In Haltern sind zurzeit 30 Menschen positiv auf das Sars-CoV-2-Virus getestet worden, kreisweit sind es (Stand 24. März, 15.30 Uhr) 195. Von diesen 195 Menschen seien mittlerweile 22 als gesundet registriert, heißt es vom Kreis.

Die Testergebnisse sind derzeit am wichtigsten für die Gesundheitsbehörden, die epidemiologisches Zahlenmaterial für die weitere Lagebeurteilung brauchen, und weitere Infektionen durch die Quarantäne von Kontaktpersonen zu verhindern versuchen.

Der Corona-Test

Grundlage für den Test ist ein Abstrich des Nasen-Rachen-Raumes. Im Labor wird aus den Abstrich-Proben mithilfe der sogenannten Polymerase-Kettenreaktion (PCR) versucht, die Erbsubstanz (in diesem Fall die des Virus) zu vervielfältigen und mit bekannten Erbgutstücken abzugleichen. Dieses Verfahren kommt zum Beispiel auch bei Vaterschaftstests zum Einsatz. Gelingt dies, ist die Probe positiv. Mehr als 100 Euro kostet das Verfahren pro Test. Bei begründetem Verdacht übernehmen die Krankenkassen die Kosten.
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Dieser Blog ist ein Zeugnis einer sich entwickelnden Situation. Unsere Familien-Kolumnistin Mareike Graepel aus Haltern gibt Tipps und Anregungen (nicht nur) für Eltern. Heute: Lagerkoller. Von Mareike Graepel

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