Havariertes Windrad: Neuer Flügel ist da - aber er passt nicht

mlzWindrad an der B 58

Der Wind zerfetzte am 20. April das Rotorblatt eines Windrades an der Bundesstraße 58. Jetzt ist ein neuer Flügel aus Portugal gekommen, aber es tauchen unerwartete Schwierigkeiten auf.

Haltern

, 30.07.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das havarierte Windrad der Gesellschaft WiKoNo in Bergbossendorf ist immer noch flügellahm. Inzwischen ist zwar ein neuer Flügel aus Portugal mit einem Spezialtransport nach Haltern gebracht und auf dem Feld an der Bundesstraße 58 abgelegt worden, aber dennoch kann die Anlage nicht in Betrieb gehen.

Eigentlich sollte der neue Flügel in der kommenden Woche montiert werden. Es hat sich allerdings herausgestellt, dass der Anschluss nicht passt. Es muss jetzt vor Ort nachgearbeitet werden. Damit ist am Donnerstag begonnen worden. Ein neuer Montagetermin steht noch nicht fest, wie Markus Nolte, mit Hubertus Koch Geschäftsführer der Windenergiegesellschaft, auf Nachfrage mitteilt. Leider gebe es auch noch weitere Probleme.

Die Firma wird sich mit zusätzlichen Reparaturen beschäftigen müssen. Denn der Turm hat bei der Havarie am 20. April ebenfalls einen Schlag vom Flügel abbekommen. Deshalb sei der 57 Meter lange und 15 Tonnen schwere Flügel auch so zersplittert gewesen, erklärte Markus Nolte.

Bis zur Inbetriebnahme dauert es noch Wochen

Aber auch wenn der Flügel montiert sei, müsse zunächst der Rotor - das Herzstück einer Windkraftanlage - ausgewuchtet und die Gesamtkonstellation mit dem neuen Rotorblatt getestet werden. So dauert es noch Wochen, bis die Anlage wieder Energie produzieren kann. Für den Hersteller wird die Reparatur damit teurer als ursprünglich erwartet.

Gutachter Jürgen Holzmüller untersuchte die Ursache für den Absturz des Windrads an der B 58.

Gutachter Jürgen Holzmüller untersuchte die Ursache für den Absturz des Windrads an der B 58. © Jürgen Wolter

Der spektakuläre Absturz eines Flügels geht laut Gutachten auf einen Materialfehler zurück, der schon bei der Herstellung entstanden ist. Der Gutachter sprach von einem individuellen Fehler, der bisher sonst noch nirgendwo festgestellt worden sei.

Der neue Flügel legte 2150 Kilometer mit Lkw und Fähre zurück

2150 Kilometer hat der neue Flügel von Portugal bis zum Zielort Haltern am See zurückgelegt. Ein aufwendiges Unternehmen: Für den Transport wurden Lkw und - wie ein Mitarbeiter der Firma berichtete - für eine Teilstrecke eine Fähre eingesetzt.

Der Flügel liegt wie Kranteile auf dem Acker. Der Kran war bereits Ende April von Hannover nach Haltern gebracht worden. Denn das zweite WiKoNo-Windrad in der Nähe der havarierten Anlage musste ebenfalls repariert werden. Diese Arbeiten sind lange abgeschlossen, in Teilen blieb der Kran direkt vor Ort. Es handelte sich um Elemente, die auf anderen Baustellen derzeit nicht gebraucht werden. Am Mittwoch wurden dann die Gegengewichte, die an der Anlage deponiert waren, vorübergehend für eine andere Baustelle abgeholt.

Wann der Kran zur Reparatur des Windrades aufgebaut wird, ist noch nicht klar. Für die Windradbetreiber laufen die Betriebs- und Finanzierungskosten kontinuierlich weiter. Markus Nolte: „Diese Kosten bezahlen wir sonst aus den Erträgen, momentan aber aus den Rücklagen.“

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