Helga und Kurt Bock wollen Kindern in Fukushima helfen

Aktion geplant

Helga und Kurt Bock sind tief bestürzt über die Katastrophe in Japan: Erdbeben, Tsunami und die befürchtete Kernschmelze in den Reaktorblöcken in Fukushima. "Ich bekomme eine Gänsehaut, wenn ich nur daran denke."

LIPPRAMSDORF

von Von Elke Rüdiger

, 20.03.2011, 14:02 Uhr / Lesedauer: 2 min
Helga und Kurt Bock sind betroffen und schockiert. Und sie würden sich natürlich sofort für eine neue Initiative "Fukushima-Hilfe" einsetzen.

Helga und Kurt Bock sind betroffen und schockiert. Und sie würden sich natürlich sofort für eine neue Initiative "Fukushima-Hilfe" einsetzen.

Sich auf die Socken machen – das würde Helga Bock am liebsten auch. Auf die Socken nach Japan. Dort helfen. Helga Bock legt die Nadeln auf den Tisch, das Lächeln aus ihrem Gesicht ist verschwunden. Ihr Blick geht ins Leere, man spürt, wie es hinter der Stirn arbeitet, die Gedanken scheinen sich zu überschlagen. Sie seufzt: „Und dabei hatte ich in der vergangenen Woche noch die Bilder von Tschernobyl in der Hand und dachte, vorbei.“ Vorbei nicht nur der unermüdliche, manchmal stressige Einsatz für die Kinder aus Tschernobyl, wo sich vor fast 25 Jahren das Reaktorunglück ereignete.

Mit einem kleinen Team organisierte sie 15 Jahre lang seit 1991 den Besuch der immungeschwächten Kinder aus Weißrussland in Haltern, das Programm, die Gasteltern, Ferien für die Kinder auf der Insel Borkum, die Basare, um das alles finanziell stemmen zu können. Vorbei? Nein, plötzlich ist alles wieder da. Ohnmacht, Angst, Wut. Vor fünf Jahren hatte sie beschlossen, es etwas ruhiger angehen zu lassen, sich mehr der Familie zu widmen. Zu der irgendwie auch die „Lippramsdorfer Frauen“ gehören. Zusammen mit Anne Voye, Annette Kreienbaum, Katrin Riccius und Irmgard Hertzog bastelt, kocht, backt, malt, schneidet und sägt Helga Bock immer noch für die gute Sache. Den Erlös aus 2010, 5000 Euro, haben die Frauen gerade an den Kinderhospizdienst übergeben. Nutznießer in 2011 soll die „Kleine Oase“ in Datteln sein. „Aber vielleicht muss das Kurzzeit-Pflegeheim für schwerstbehinderte Kinder und Jugendliche etwas warten“, will sie mit ihren Mitstreiterinnen eventuell Kindern aus Fukushima helfen. Seit der Katastrophe in Japan haben sich die Frauen noch nicht wieder getroffen.

Schweigend schaut sie ihren Mann an. Der nickt. Die beiden verstehen sich wortlos. Helga Bock brennt es auf der Seele, etwas zu tun, nicht die Hände in den Schoß zu legen. Sie steht bereit. Für eine „Fukushima-Hilfe“ wirft sie alle Ruhestands-Überlegungen über Bord. „Natürlich!“ In der Hilfe für Kinder in Not ist ihr nichts zu viel. Zunächst will sie Tetsuo Kugai ansprechen. Der Flaesheimer steht in Kontakt mit seiner Familie in Japan. Erste Initiativen laufen an; vielleicht sollen sich Kinder in Haltern erholen. Die Lippramsdorfer Frauen haben Erfahrungen, so ein Hilfsprojekt erfolgreich zu stemmen – von der Rekrutierung der Gasteltern über ein Programm bis zum riesigen Basar zugunsten der Initiative. 

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