Hightech made in Haltern: Spezialmaschine stellt Masken her

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Die Halterner Firma GFM Spezialmaschinenbau hat eine Maschine für den italienischen Markt konstruiert und gebaut. Sie produziert 50 Mund-Nase-Schutzmasken pro Minute.

Haltern

, 09.07.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das ist Hightech Made in Haltern: 50 Mund-Nase-Schutzmasken pro Minute produziert eine Spezialmaschine, die die Halterner Firma GFM an der Lohausstraße konstruiert und gebaut hat. Damit ist sie in einem Marktsegment unterwegs, das normalerweise von asiatischen Herstellern dominiert wird.

Aber in Corona-Zeiten ist vieles anders. GFM hat sich darauf spezialisiert Maschinen zur Fertigung von OP-Abdecktüchern, Wärmedecken, Tischdecken, Kochmützen oder Kaffeefiltern zu bauen. „Die Haupteinsatzgebiete unserer Maschinen liegen in den Berichten Gastronomie, Hygiene und vor allem Medizintechnik“, sagt Vertriebsleiter Norbert Kerkhoff. „Da lag es nahe, auch über die Konstruktion einer Maschine für Masken nachzudenken.“

Maschine wird auf den Betrieb vorbereitet

Die Überlegungen begannen im Halterner Unternehmen schon mit Beginn der Corona-Pandemie. Im Gespräch mit einem langjährigen Kunden in Italien entwickelte sich die Idee dann weiter. „Da der Kunde die Qualität unserer Arbeit kennt, signalisierte er die Bereitschaft, eine solche Maschine bei uns und nicht auf dem asiatischen Markt zu ordern, auch wenn wir sie nicht zu den gleichen finanziellen Konditionen herstellen können“, so Norbert Kerkhoff.

Zurzeit sind Konstrukteur Christian Vo und Programmierer Stephane Kamdem dabei, die Maschine für den Betrieb vorzubereiten. Sie soll am 13. Juli an den Kunden ausgeliefert werden: Auftragsvolumen: 225.000 Euro.

Vier Ausgangsstoffe auf Rollen stehen am Beginn der Produktionsstraße. Sie werden von der Maschine zunächst übereinander gelegt und dann mit einem Ultraschallverfahren verschweißt. Das ist ein Kernstück der Produktion. Mit 20.000 Schwingungen pro Sekunde werden die Materialien miteinander verbunden. Zusätzlich wird noch der Metallstreifen für den Nasenclip eingeführt.

Spezialisierung des Unternehmens erfolgte 2015

Anschließend faltet die Maschine die Schichten und schneidet sie. Zum Schluss werden sie gewendet, die Schlaufen werden befestigt, ebenfalls noch mal mit einer Ultraschall-Verschweißung. Zur Maschine gehört ein Schaltschrank, in dem die elektronische Steuerung untergebracht ist. Ein Bedienmodul und Sicherheitsabtrennungen werden zuletzt angebracht. „Die sind in Europa vorgeschrieben“, sagt Christian Vo. „Wenn jemand den Zugang öffnet, schaltet sich die Maschine automatisch ab, damit es nicht zu Verletzungen der Mitarbeiter kommen kann.“

3700 Kaffeefilter pro Minute produziert diese Maschine, die ebenfalls gerade bei GFM fertiggestellt wird.

3700 Kaffeefilter pro Minute produziert diese Maschine, die ebenfalls gerade bei GFM fertiggestellt wird. © Jürgen Wolter

Gleichzeitig befindet sich eine Maschine zur Herstellung von Kaffeefiltern in der Fertigungshalle von GFM: Sie schafft es, 3.700 Kaffeefilter in einer Minute zu produzieren. „Die ist für einen Kunden in Deutschland bestimmt“, sagt Norbert Kerkhoff.

Seit 2015 hat sich GFM auf die Herstellung von Spezialmaschinen ausgerichtet. „Das Vorläuferunternehmen ging zunächst aus einem in den siebziger Jahren gegründeten Ingenieurbüro hervor“, sagt der heutige Mitinhaber Thomas Heine. „Daraus entstand in den achtziger Jahren die Firma GFM Maschinenbau. 2015 gab es einen Inhaberwechsel und die Spezialisierung.“

Heine hält 20 Prozent des Unternehmens, die anderen 80 Prozent liegen bei Dirk Alte aus der Wilhelm Alte GmbH aus Plettenberg. Stammsitz des Halterner Unternehmens war immer das rund 3500 Quadratmeter große Firmengebäude an der Lohausstraße in Haltern. 25 Mitarbeiter sind hier beschäftigt, darunter ein Auszubildender zum Elektroniker für Betriebstechnik.

Die findigen Halterner Ingenieure tüfteln schon wieder an einem neuen Projekt für ein bekanntes Großunternehmen. Darüber darf allerdings zurzeit noch nicht berichtet werden.

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