Hinweis führte fast zum Täter

Kandaouroff-Prozess

Im Fall Kandaouroff waren die Ermittler ganz früh „nah dran“: Bereits fünf Tage nach der Bluttat war ein enger Freund des Todesschützen Mladen P. als Verdächtiger ins Visier geraten. Gestern wurde der 44-jährige Halterner am Schwurgericht als Zeuge vernommen.

HALTERN/BOCHUM

von Von Werner von Braunschweig

, 27.10.2011, 17:16 Uhr / Lesedauer: 1 min

Wer den Zettel verfasst hat, ist unklar. Weil der Friseursalon der Frau eines Polizisten gehört, erreichte das Papier noch am selben Tag die Mordkommission. Die Ermittlungen gegen T. verliefen aber ergebnislos. Dass die Ermittler durch den Hinweis auf T. nur einen Schritt davon entfernt waren, auch den Namen von Mladen P. zu entdecken, ergab sich erst nach dessen Entlarvung im Anschluss an die Fahndung in „Aktenzeichen XY“. Danach wurde bekannt, dass P. und T. eine gemeinsame Diebes-Karriere verbindet. 1992 war das Duo nachts in einen Halterner Schlecker-Markt eingebrochen und hatte Zigaretten, Spirituosen, Filme und Socken gestohlen. Beide kassierten Bewährungsstrafen.

Im Prozess unterstrich Besim T. gestern, dass er mit der Planung des Überfalls auf den Seehof-Hotelier Klaus Kandaouroff (80) definitiv nichts zu tun gehabt habe. An ein in dem Zettel erwähntes konspiratives Treffen einen Tag vor der Bluttat will er sich nicht erinnern können. Mladen P., Michael M. (46) und Volker H. (47) haben ihre Mitwirkung an dem Kopfschuss-Tod des 80-jährigen Millionärs bereits gestanden. Das Trio könnte zu lebenslanger Haft verurteilt werden.

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