Home-Training: Wie unsere heimischen Sportler der Corona-Krise trotzen

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Kein Mannschaftstraining, kein Wettbewerb. Wie lange noch? Das kann aktuell niemand zuverlässig beantworten. Dennoch halten sich unsere heimischen Sportler fit - mit „Home-Training“.

Haltern

, 19.03.2020, 12:34 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Westdeutsche Fußballverband (WDFV) hat den Spielbetrieb in der Regionalliga West wegen der Auswirkungen des Coronavirus vorerst bis einschließlich 19. April ausgesetzt. Darauf haben sich der Fußballausschuss des Regionalverbandes und die Vereinsvertreter der Regionalliga West im Rahmen einer Telefonkonferenz am Mittwoch (18. März) einvernehmlich verständigt.

Oliver Bautz, hier beim Home-Training in der Garage, vermeidet aktuell zum Wohle der Gesellschaft sämtliche sozialen Kontakte.

Oliver Bautz, hier beim Home-Training in der Garage, vermeidet aktuell zum Wohle der Gesellschaft sämtliche sozialen Kontakte.

Auch unser Fußballregionalligist TuS Haltern am See hat Ende vergangener Woche seine vorerst letzte Trainingseinheit abgehalten. Trainer Magnus Niemöller hat seine Spieler bis auf Weiteres ins „Home-Training“ geschickt. „Die Spieler sollten in der nächsten Zeit Kontakte zu Gruppen vermeiden. Wir wollen die Jungs, aber auch alle drumherum, Familien, Freunde und Bekannte schützen. Es geht hier um alle - um unsere Gesellschaft und keine egoistischen Interessen“, betont Oliver Bautz aus dem Trainerteam des Regionalligisten.

Fitnesszustand aufrecht erhalten

Am vergangenen Wochenende hat der 38-jährige Torwart- und Fitnesstrainer des TuS eine Rundmail an alle Spieler geschickt. Darin enthalten: Ein Lauf- und Übungsprogramm für die erste Woche der vorläufigen Fußballpause. „Es geht weniger darum, Trainingseffekte zu erzielen, sondern vielmehr darum, den Fitnesszustand bestmöglich aufrecht zu erhalten“, erklärt er. „Wir werden die Pläne wöchentlich aktualisieren und auch immer den Gegebenheiten anpassen. Die Jungs gehen bislang sehr verantwortungsvoll und gut mit der für uns alle sehr ungewohnten Situation um.“

Oliver Bautz selbst arbeitet seit drei Jahren als Fachleiter am Zentrum für schulpraktische Lehrerausbildung in Gelsenkirchen. Dort bildet er angehendes Lehrpersonal aus. Seine Schwerpunkte liegen im Bereich Sport sowie soziale und emotionale Entwicklung. „Einige stehen bei uns kurz vor ihrer Prüfung.“ Der Ausbildungsprozess müsse trotz der Krise weitergehen. Die Vorbereitung dafür laufen aber nun dezentral. „Unsere Seminare werden in digitale Elemente umgewandelt. Der Austausch findet nun über Skype, Onlineplattformen oder E-Mail statt.“

Der Fußball sei aufgrund der Entwicklungen in den vergangenen Tagen in den Hintergrund gerückt, gibt er zu. „Familie, Freunde und die Unterstützung derjenigen, die Hilfe brauchen stehen stattdessen im Vordergrund.“

Mit seiner Frau und den Kindern versuche er jeden sozialen Kontakt zu meiden, um so einen solidarischen Beitrag zu leisten. „Wir haben zum Glück noch einen kleinen Garten. Die Garage habe ich mit meinem Sohn spontan zum Indoorfußballplatz umfunktioniert.“ Kreativität sei gefragt in diesen Zeiten. Seine Schwester arbeite im Krankenhaus. „Sie steht aktuell sicher deutlich mehr unter Druck.“

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Der Sport könne bei allen Sorgen und Ängsten sicher ein Stück weit Ablenkung schaffen. „Wir werden die Jungs aber jetzt auch nicht unter Druck setzen. Im Moment sollte man jeden Fall individuell betrachten. Am Ende darf daher auch jeder selbst entscheiden.“

Stabilitätsübungen und Laufeinheiten

Ähnlich wird mit Situation aktuell bei unserem heimischen Handballoberligisten HSC Haltern-Sythen umgegangen. „Für alle persönlichen Sorgen haben wir sicher immer ein offenes Ohr. Sportlich ist es so, dass unser Trainer den Jungs Stabilitätsübungen und Laufeinheiten aufgetragen hat, die jeder individuell umsetzen kann“, sagt HSC-Teammanager Christien Berse. „Wir alle hoffen natürlich, dass irgendwann, am besten möglichst schnell, wieder ein Training im Team möglich sein wird.“ Fest steht bislang: Bis zum 19. April wird der Spielbetrieb im Seniorenbereich ausgesetzt. Das hat der Verband zuletzt mitgeteilt. Eine gegründete vierköpfige Task Force soll nun erarbeiten, wie es mit dem Handball in der Region weitergehen kann.

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