Der Start ins Homeschooling am Montag verlief nicht so reibungslos wie gehofft. © dpa
Schulen im Lockdown

Homeschooling startet auch in Haltern nicht ganz ohne Probleme

Nicht ohne Probleme startete am Montag (11. Januar) auch in Haltern der bundesweite Digitalunterricht. Auf den großen Andrang von Schülern reagierten einige Lernplattformen mit Überlastung.

„Das war ein holpriger Start heute“, sagt Frank Cremer, Schulleiter der Alexander-Lebenstein-Realschule, zum Homeschooling-Start nach den Winterferien. Bundesweit hatten die verschiedenen Cloud-Lernplattformen wie „IServ“ oder „schul.cloud“ mit Serverproblemen zu kämpfen. Die Schüler zu unterrichten, gestaltete sich dementsprechend schwierig.

„Es war beispielsweise nicht möglich, Videokonferenzen einzuberufen“, sagt Ludger Zander, stellvertretender Schulleiter der Joseph-Hennewig-Hauptschule. Die Schule arbeitet mit der Cloud IServ, genau wie das Joseph-König-Gymnasium und die Halterner Grundschulen.

Die Lehrer der Joseph-Hennewig-Hauptschule hätten ihre Materialien bereits am Wochenende an die Schüler verschickt. „Aufgaben hatten die Schüler also genug“, sagt Zander. Fragerunden an die Lehrer konnten aber nicht stattfinden. Darunter könnte die Motivation der Schüler leiden, an den Aufgaben zu arbeiten, sagt er. Zander hofft, dass die Probleme in den nächsten Tagen gelöst sein werden.

Das hofft auch Frank Cremer: „Ab morgen bin ich zuversichtlich, dass man die Probleme in den Griff bekommt.“ Die Realschule arbeitet zwar mit dem Schulserver „schul.cloud“ und nicht mit IServ, hatte aber mit den selben Problemen zu kämpfen. Besonders am Morgen, als viele Schüler gleichzeitig Zugriff auf die Server haben wollten, gingen diese in die Knie.

„Für diesen Andrang nicht geeignet“

Das bestätigt auch Ulrich Wessel, Schulleiter des Joseph-König-Gymnasiums in Haltern: „Am Schulzentrum haben 1001 Schüler innerhalb von zehn Minuten heute gegen 8 Uhr versucht, sich gleichzeitig auf IServ anzumelden. Für diesen Andrang waren die Serverkapazitäten nicht geeignet.“

Im Laufe des Tages habe sich die Situation etwas normalisiert. Ein ähnliches Problem habe es kurz vor Weihnachten bereits gegeben, sagt Wessel. Den Kollegen wurde deshalb empfohlen, mithilfe anderer technischer Mittel mit den Schülern zu kommunizieren.

Das habe am Gymnasium auch funktioniert, sagt Paula Stenner, Stufensprecherin der Oberstufe. „Zunächst kamen nur 50 Prozent von uns in die Video-Konferenz, dann haben wir aber andere Wege gewählt, da haben wir ja inzwischen schon Erfahrung“, so die Schülerin. Insgesamt habe sie die gestellten Aufgaben etwa in der gleichen Zeit erledigt, wie sie sonst Unterricht gehabt hätte. „Das klappte also ganz gut“, findet sie.

„Manche Schüler kamen aber nicht an die Materialien ran“, berichtet Frank Cremer von der Realschule. Arbeiten konnten lediglich die Schüler, die sich die am Wochenende hochgeladenen Materialen bereits im Vorfeld runtergeladen hatten. „Heute lief eher weniger“, so der Schulleiter. „Es war kein gutes Arbeiten möglich.“

An den Grundschulen zeigte sich eine ähnliche Problemlage. Das bestätigt Vivi Klapheck, Schulleiterin der Katharina-von-Bora-Schule. „Es ist bei allen anderen Grundschulen nicht anders“, sagt sie. Klapheck geht ebenfalls davon aus, dass sich die Serverprobleme in den kommenden Tagen lösen lassen.

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