Hornissen stehlen den Bienen in der Westruper Heide die Schau

mlzWestruper Heide

Ausgerechnet das Heidehäuschen in der Westruper Heide, in dem über den Fleiß der Bienen informiert wird, haben sich Hornissen zum Nestbau ausgesucht. Jetzt ist das Haus abgesperrt.

Haltern

, 14.09.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im Heidehäuschen mitten in der Westruper Heide informiert der Kreis Recklinghausen auch über die Bienen in der Landschaft. Zurzeit aber verhindert ein natürlicher Feind dieser Insekten, dass sich Ausflügler vor Ort informieren können.

Weil sich Hornissen an der Front des Holzhauses ein Nest gebaut haben, ist der Zugang großzügig von der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises abgesperrt worden. Einerseits sollen dadurch Störer von den Tieren ferngehalten werden, die zu den sozialen Faltenwespen gezählt werden. Andererseits wolle man die Gäste der Heide vor den Hornissen schützen, bestätigte die Pressestelle des Kreises auf Anfrage.

In der Nähe einer Hornisse sollte man sich langsam bewegen

Allzu große Sorgen, dass sich die Hornissen aggressiv verhalten und sich mit einem Stich gegen die Menschen wehren, müssen Besucher der Heide nach Ansicht Udo Pfingst aber nicht haben. Der Imker hat bis vor nicht allzu langer Zeit einige Bienenvölker in der Heide betreut und ist auch Hornissen schon häufig begegnet.

„Wenn man sich in Zeitlupe bewegt, kann überhaupt nichts passieren“, sagt der Sythener. Man sollte in jedem Fall vermeiden, um sich zu schlagen, denn das mache die Hornissen nervös.

Hornissen werden mit drei bis vier Zentimtern wesentlich größer als andere Wespenarten.

Hornissen werden mit drei bis vier Zentimtern wesentlich größer als andere Wespenarten. © picture alliance/dpa

Nach wie vor ist es um das Image der Hornissen nicht gut bestellt. „Sieben Hornissenstiche töten ein Pferd, drei einen Erwachsenen und zwei ein Kind, sagt der Volksmund. Das ist ein längst widerlegter Aberglaube. Der Hornissenstich ist nicht gefährlicher als ein Bienen- oder Wespenstich, allerdings unter Umständen schmerzhafter“, räumt dagegen die Informationsseite Wildbienenschutz im Internet mit gängigen Vorurteilen auf (www.wildbienenschutz.de).

Die drei bis vier Zentimeter großen Hornissen sind auf die Toleranz des Menschen angewiesen, um zu überleben. Längst gehören sie zu den besonders geschützten Arten, denn ihr Bestand ist bedroht. Dabei übernehmen die Tiere wichtige Aufgaben im Kreislauf der Natur.

Bienen stehen auf dem Speiseplan der Hornissen

„Sie ernähren sich von Kleintieren“, weiß Udo Pfingst. Zu 90 Prozent sind das Fliegen, aber auch Bienen stehen auf ihrem Speiseplan. Udo Pfingst hat selbst schon einmal beobachtet, wie eine Hornisse am Flugloch eines Bienenstocks an einer Biene knabberte. Das Bienenvolk habe sich allerdings zu wehren gewusst.

Mehrere Zehntausend Bienen seien ausgeschwärmt, hätten eine luftdichte Kugel um die Hornisse gebildet und diese erstickt.

Besucher der Heide müssen übrigens nicht fürchten, dass mitgebrachte Süßigkeiten die Hornissen magisch anziehen. Eis, Limonade oder Kuchen verschmähen die Tiere. Und im nächsten Jahr wird man wohl auch das Heidehäuschen wieder aufsuchen können. Ihre kunstvollen Nester aus morschem Holz, das verspeichelt wird, nutzen die Hornissen nämlich nur für eine Saison.

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