Hotel- und Schuleinbrüche: Einbrecher schlug bei seiner Verhaftung wild um sich

Landgericht

Ein Einbrecher bezichtigt einen Polizisten vor Gericht der Lüge. Nach der Zeugenvernehmung des Beamten gibt er sich dann aber doch ziemlich kleinlaut.

Haltern/Dorsten/Essen

, 24.09.2019, 16:48 Uhr / Lesedauer: 1 min
Hotel- und Schuleinbrüche: Einbrecher schlug bei seiner Verhaftung wild um sich

Einer der beiden Hauptangeklagten neben seiner Verteidigerin. © Jörn Hartwich

Erst bezichtigte er einen Polizisten der Lüge, dann gab er sich doch ziemlich kleinlaut: Im Prozess um eine Serie von Hotel- und Schuleinbrüchen in Dorsten, Haltern, Marl und Gelsenkirchen ist die Aussage eines der Angeklagten am Dienstag ins Wanken geraten.

Es ging um die Festnahme in der Nacht auf den 21. Januar 2019. Der Familienvater aus Gelsenkirchen war in Marl erwischt worden, als er mit einem Komplizen einen Tresor aus dem Feierabendhaus am Chemiepark Marl stehlen wollte. Er hatte noch versucht zu fliehen, war aber von Werkschutz und Polizei gestellt worden.

„Ich wurde von der Polizei geschlagen“, hatte der 24-Jährige den Richtern am zweiten Verhandlungstag erzählt. „Ich lag auf dem Bauch und habe direkt gesagt: Ich mache nichts. Es ist vorbei.“ Die Polizisten hätten jedoch sofort Pfefferspray eingesetzt und seien auf ihn drauf gesprungen.

Genau das konnte einer der Beamten, der damals mit dabei war, so nicht stehen lassen. Er hat ganz andere Bilder im Kopf. „Der Einbrecher hat immer wieder versucht, sich loszureißen“, sagte er den Richtern am Essener Landgericht. „Dabei hat er mit allen Vieren wie verrückt gestrampelt.“ Gleich mehrere Kollegen seien nötig gewesen, um ihn schließlich auf den Boden zu fixieren und festzunehmen zu können. Der Prozess wird fortgesetzt.

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