Sex am Silbersee in Sichtweite von Familien: „Handlungen, die wir nicht dulden“

mlzNach Massenschlägerei

Knapp 20 Personen haben im Freibad Aquarell aufeinander eingeschlagen. Wird es unter Badegästen immer aggressiver? Wir haben in Haltern nachgehört - und überraschende Antworten erhalten.

Haltern

, 02.07.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mehrere Fälle von gefährlichen Situationen sind in der vergangenen Woche in Freibädern in der gesamten Region aufgetreten. In Essen, Gelsenkirchen, Dortmund und eben Haltern am See gab es Angriffe beziehungsweise Schlägereien. Im Freibad Aquarell an der Hullerner Straße haben bis zu 20 Personen aufeinander eingeschlagen - offenbar nach einem Streit um eine junge Frau.

Wird es ruppiger? Gibt es mehr Auseinandersetzungen unter Badegästen? Im Freibad Aquarell werden am kommenden Wochenende (6./7. Juli) Sicherheitsleute zu sehen sein. Stadtwerke-Sprecher Thomas Liedtke nannte die Schlägerei der vergangenen Woche aber ein „singuläres Ereignis“. Weil fürs Wochenende wieder ein großer Ansturm an Badegästen erwartet wird, wird jetzt einmalig Security-Personal vor Ort sein. Man wolle die Lage immer im Einzelfall bewerten.

Bademeister sind zur Deeskalation geschult

Mehr als 2000 Menschen seien am Sonntag bei bestem Wetter im Sythener Bad gewesen - doch Bedarf für einen Sicherheitsdienst gebe es dort nicht, sagt Heinrich Wiengarten, Vorsitzender des dortigen Betreiber-Vereins: „Gravierende Probleme sind uns nicht bekannt.“

Die Bademeister sind als „Fachangestellte für Bäderbetriebe“ ausgebildet und seien für den Fall der Fälle auch zur Deeskalation bei Streitigkeiten geschult. Auch am Halterner Stausee gebe es keine Probleme, sagt André Wortmann: „Bei uns ist es sehr familiär. Da brauchen wir keine Sicherheitskräfte.“

Platzverweise und Hausverbote können am Silbersee ausgesprochen werden

Der Silbersee II ist neben dem Halterner Stausee das Hauptziel für auswärtige Badegäste. Dr. Eberhard Geisler von der Betreibergesellschaft sagt: „Größere Schlägereien habe ich seit 2015 hier nicht erlebt.“ Immer wieder gebe es zwar Konflikte, am Silbersee ist aber eine Sicherheitsfirma angestellt und die DLRG ist an warmen Tagen mit viel Personal vor Ort.

Ein ganz anderes Problem sei in der vergangenen Woche im geduldeten FKK-Bereich des Strandes aufgetreten: „Da hat sich ein Pärchen zu Handlungen hinreißen lassen, die wir nicht dulden.“ Ein älterer Herr habe sich währenddessen in der Nähe noch selbst angefasst, berichtet Geisler. In so einem Fall würden zunächst Platzverweise ausgesprochen, auch Hausverbote sind für das Gelände möglich. Zusätzlich zum Sicherheitsdienst sagt Geisler: „Ich freue mich auch, wenn die Polizei am See Präsenz zeigt.“

Nach der Massenschlägerei sahen die Stadtwerke zunächst keinen Bedarf für Sicherheitspersonal im Freizeitbad Aquarell. So stand es in einer ersten Version dieses Textes. Am Dienstagnachmittag teilten die Stadtwerke dann mit, dass doch Security eingesetzt werde.
Lesen Sie jetzt
Lesen Sie jetzt