Im Lavesumer Haus Eggebrecht gingen nach großer Abschiedsfete jetzt die Lichter aus

mlzLavesum ohne Kneipe

In Hottis Kneipe flossen am Sonntag die letzten Bierreserven aus dem Zapfhahn. Und es flossen die Tränen. Dafür sorgten die Stammgäste von Haus Eggebrecht.

Lavesum

, 02.03.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Haus Eggebrecht ist Geschichte. Zum letzten Mal öffneten Horst und Petra Peger am Sonntag das Lokal an der Rekener Straße für ihre Stammgäste. Es gab Freibier und Mettbrötchen für alle. Und für Horst (Hotti) und Petra Peger zu Herzen gehende Abschiedworte, Gesang und Geschenke. Zum „Kehraus“ reiste auch die Familie an: die Söhne Marek und Tilo sowie Schwiegertochter Daniela.

„Ein Freund, ein guter Freund...“ stimmte der Männergesangverein die kleine Dankeschön-Zeremonie im Saal an. Neun Vereine hatten sich zusammengetan für ein Geldgeschenk, das in Fitnessgeräte investiert wird. Denn Ruhestand, so meinen die Sänger, bedeute nicht, am Stausee zu sitzen und Enten zu füttern.

Horst Andreas vom Männergesangverein (M.) überreichte das Geldgeschenk von neun Lavesumer Vereinen. Horst und Petra Peger wollen es in Fitnessgeräte investieren.

© Elisabeth Schrief

„28 Jahre ward Ihr mit Eurer Gaststätte der Mittelpunkt Lavesums“, hielt Ditmar Baier, 2. Vorsitzender des Chores, eine kurze Rede. Hotti sei ein Zauberer in der Küche gewesen: „Von dort kam alles frisch und synchron auf den Tisch.“ Ehefrau Petra habe dazu die gepflegten Getränke gebracht. Es waren die legendären Schnitzel, für die Gäste aus dem ganzen Umkreis kamen.

Die besondere Kneipen-Atmosphäre werde den Lavesumern fehlen, „Ihr als Freunde auch.“ Mit Haus Eggebrecht gehe die gute Stube des Ortes verloren. Auf herzliche Worte folgte eine besondere musikalische Zugabe.

Da musste eine Sonnenbrille her: Die herzlichen Worte zum Abschied rührten Horst Peger zu Tränen.

Da musste eine Sonnenbrille her: Die herzlichen Worte zum Abschied rührten Horst Peger zu Tränen. © Elisabeth Schrief

Die Sänger gaben „Die kleine Kneipe in Lavesum-City, da wo das Leben noch lebenswert ist“ zum Besten. Horst und Petra Peger standen die Tränen in den Augen, manchem Gast auch. „Wir sind überwältigt“, dankte das Ehepaar, das vor 28 Jahren von Dresden ins kleine Lavesum gekommen war. Die Sachsen lebten sich im Münsterland ziemlich schnell ein, umgekehrt fassten die Lavesumer wider Erwarten zügig Vertrauen zu ihnen. Der Abschied aus dem Haus Eggebrecht steht schon lange fest, „aber wenn der Tag kommt, geht er doch an die Nieren“, stellte Hotti fest.

Haus Eggebrecht steht für 490.000 Euro zum Verkauf

Damit von vielen Erinnerungen noch einiges sichtbar bleibt, überreichte Karl Seine eine Sammlung mit Momentaufnahmen von und aus Haus Eggebrecht. MIt stehenden Ovationen verneigten sich Vereine und Freunde vor Horst und Petra Peger. Und dann ging es ans (Abschied-)Feiern.

Horst und Petra Peger (66 und 67 Jahre alt) ziehen als Ruheständler nach Haltern. Mit Ende ihres Pachtvertrages erlischt gleichzeitig die Schankerlaubnis. Die Besitzerin aus Billerbeck bietet das fast 120 Jahre alte Haus an der Rekener Straße (Grundstücksgröße 511 Quadratmeter) mit Gaststätte, Bankfiliale und zwei Wohnungen für 490.000 Euro auf dem Immobilienmarkt an.

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