Immer mehr Jugendliche beginnen den Führerschein mit 16,5 Jahren

Kein doppelter Stress

Seit Januar diesen Jahres dürfen Jugendliche schon mit 16,5 Jahren anfangen, ihren Führerschein zu machen. Die jungen Fahranfänger freut's, prallen doch das Lernen für das Abitur und für den Führerschein nicht mehr aufeinander.

HALTERN

von Von Hannah Braucks

, 19.10.2011, 13:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Immer mehr Jugendliche beginnen mit ihrem Führerschein schon mit 16,5 Jahren.

Immer mehr Jugendliche beginnen mit ihrem Führerschein schon mit 16,5 Jahren.

Julia Render steigt in das Auto ihrer Fahrschule. Nervös dreht sie den Zündschlüssel um. Heute hat sie ihre zweite Fahrstunde. „Ich habe Angst, etwas falsch zu machen“, sagt sie. Julia ist erst 16 Jahre alt. Aber sie ist längst nicht die einzige, die so früh ihren Führerschein macht. Seit Januar dieses Jahres dürfen Jugendliche schon mit 16,5 Jahren mit dem Führerschein beginnen. Schon ab 2004 wurde dieses Projekt in Niedersachsen als Modellversuch durchgeführt. Der Versuch überzeugte. Nach Angaben des Bundesamtes für Straßensicherheit ist die Zahl der Unfälle bei jungen Autofahrerinnen und Autofahrern zurückgegangen, die Sicherheit auf Deutschlands Straßen nimmt also zu.Den Fahranfängern über die Schulter schauen Ein Grund dafür sind die Begleitfahrer, die den Fahranfängern über die Schulter gucken. Die müssen mindestens 30 Jahre alt sein, rund fünf Jahre Fahrpraxis vorweisen und außerdem nicht mehr als drei Punkte in der Verkehrssünderdatei in Flensburg haben. Auch Julia ist überzeugt: „Ich glaube, dass ein Begleitfahrer mir die nötige Sicherheit gibt.“ Genau das glaubt auch Claus Brüggemann, ihr Fahrlehrer und Betreiber einer Fahrschule in Haltern: „Meiner Meinung nach ist das Modell Führerschein mit 17 eine gute Sache. Potenziell merkt man auch keine Unterschiede zu älteren Fahranfängern. Heute sind rund 80 Prozent der Jugendlichen in unserer Fahrschule erst 16 Jahre alt.“

Doch warum machen Jugendliche eigentlich so früh ihren Führerschein? Für Laura Lojack, die im letzten Sommer ihre Fahrprüfung bestand, gab es mehrere Gründe. „Ich wollte nicht während des Abiturstresses für die Theorieprüfung lernen“, sagt sie. Außerdem habe das Ziel, es so schnell wie möglich hinter sich zu bringen, eine Rolle gespielt.Am Anfang nervös Heute nutzt Laura jede Gelegenheit, Auto zu fahren. Natürlich immer begleitet von ihren Eltern. „Anfangs war ich sehr angespannt und habe natürlich noch Fehler gemacht. Aber mit der Zeit hat es immer besser geklappt“, erzählt sie. „Ich glaube, dass es gut ist, erst noch eine Weile mit einer Begleitperson zu fahren. Das nimmt einem die Nervosität, außerdem bekommt man noch wertvolle Tipps.“

Abiturstress, Lernen für wichtige Klausuren und Führerschein - das wollen alle vermeiden. Auch Claus Brüggemann kann das bestätigen: „Viele begründen ihr frühes Anfangen mit dem Lernen für die Schule“. Julia Render hat mittlerweile das Auto gestartet und fährt los. In ein paar Monaten möchte sie ihre Fahrprüfung bestehen, mit 17 Jahren.

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