14 Mitarbeiter eines Halterner Pflegedienstes sollten am Dienstag geimpft werden. Doch der Termin musste kurzfristig entfallen. © picture alliance/dpa/BELGA
Coronavirus

Impfstoff knapp: Impftermin für 14 Pflegedienst-Mitarbeiter abgesagt

Eigentlich sollten am Dienstag 14 Mitarbeiter eines Halterner Pflegedienstes in einer Sythener Gesundheitspraxis geimpft werden. Doch nun wurde die geplante Impfung kurzfristig abgesagt.

„Wir hatten einen Termin zur Impfung unserer Mitarbeiter. Leider muss dieser entfallen“, sagt Andreas Konietzka. Seine Frau und er leiten seit über 20 Jahren einen ambulanten Pflegedienst mit mehreren Beschäftigten in Haltern. Doch warum können die Mitarbeiter nicht wie geplant geimpft werden?

Andreas Konietzka betreibt einen Pflegedienst in Haltern.
Andreas Konietzka betreibt einen Pflegedienst in Haltern. © privat © privat

Zuletzt waren landesweit, so auch in Haltern, die Impfungen in zahlreichen stationären Pflegeeinrichtungen und Altenheimen erfolgreich angelaufen. Mobile Impfteams waren dafür im Einsatz. Denn: In die Gruppe mit der höchsten Priorität fallen unter anderem die über 80-Jährigen, die Höchstbetagten, die Pflegebedürftigen. Zu dieser ersten Gruppe gehören aber auch medizinisches Personal auf Intensivstationen, in Notaufnahmen, im Rettungsdienst sowie das Personal im Pflegebereich.

In der Praxis der Sythener Ärztin Dr. med. Christiane Trogemann liefen in den vergangenen Tagen die Vorbereitungen für die geplante Impfung der Pflegedienstmitarbeiter des Halterner Betriebs bereits auf Hochtouren. Der Impfstoff war bestellt, eine Bestätigung der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) eingegangen. Alles war angerichtet. Doch der Plan wurde über den Haufen geworfen, nachdem am Freitag überraschend eine Mitteilung des Kreises erfolgte. Aufgrund eines neuen Erlasses des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales (MAGS) müssten kurzfristig Änderungen beim Verfahren zur Impfstoffbestellung erfolgen, heißt es darin. „Die Änderungen betreffen vor allem die ambulanten Dienste und Wohngruppen sowie -gemeinschaften.“

Zur Verfügung stehender Impfstoff ist derzeit immer noch sehr knapp

Eine Anforderung von Impfstoff sei demnach ab sofort nicht mehr möglich. Bereits bestellte und bestätigte Impfstofflieferungen bis einschließlich 17. Januar werden noch ausgeliefert und könnten verimpft werden, da Stornierungen mit einem unverhältnismäßig hohem Aufwand verbunden wären. Alle danach vorliegenden Bestellungen (Lieferzeitpunkt 18.01. oder später) müssten im Bestellportal der KVWL umgehend storniert werden. Von weiteren Bestellungen sei abzusehen.

Die Verengung der Priorisierung sei notwendig geworden, da der zur Verfügung stehende Impfstoff derzeit immer noch sehr knapp ist.

„Das ist ärgerlich“, sagt Andreas Konietzka. „Wir haben Zeit und Arbeit investiert, um diesen Termin für unsere Mitarbeiter möglich zu machen. Unter anderem mussten Aufklärung-und Einwilligungsunterlagen ausgefüllt sowie der Ablauf und Termin mit der Sythener Praxis abgestimmt werden. „Nun müssen wir uns weiter gedulden und wiederum neuen Aufwand betreiben“, so Konietzka.

Impfung ab dem 1. Februar im Impfzentrum möglich

Für die Beschäftigten ambulanter Dienste, in Tagespflege und Wohngruppen bestehe stattdessen nun ab dem 1. Februar die Möglichkeit, im Impfzentrum geimpft zu werden. „Im Erlass ist eine für jeden Kreis kontingentierte Menge an Impfstoff für Pflegekräfte der zuvor genannten Einrichtungen und Mitarbeitende im Rettungswesen vorgesehen“, heißt es. Über PfAD.wtg, dem elektronischen Anzeigeverfahren für Wohn- und Betreuungsangebote nach dem Wohn- und Teilhabegesetz Nordrhein-Westfalen (WTG NRW), werde man in Kürze über das weitere Vorgehen informieren.

Auch die Sythener Hausärztin Dr. Christiane Trogemann bedauert die kurzfristige Absage der geplanten Impfungen für die 14 Pflegedienstmitarbeiter. „Das Pflegepersonal der ambulanten Pflegedienste als auch Pflegebedürftige, die ambulant versorgt werden, sind einem erhöhten Infektionsrisiko ausgesetzt. Es ist einfach schade, dass die Impfungen sich nun weiter hinauszögern, weil offensichtlich nicht ausreichend Impfstoff zur Verfügung steht.“

Über den Autor
Redaktion Haltern
1982 in Haltern geboren. Nach Stationen beim NRW-Lokalfunk, beim Regionalfernsehen und bei der BILD-Zeitung Westfalen 2010 das Studium im Bereich Journalismus & PR an der Westfälischen Hochschule in Gelsenkirchen erfolgreich beendet. Sportlich eher schwarz-gelb als blau-weiß orientiert. Waschechter Lokalpatriot und leidenschaftlicher Angler. Motto: Eine demokratische Öffentlichkeit braucht guten Journalismus.
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Daniel Winkelkotte

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