Im neuen Jahr ändern sich mehrere Rahmenbedingungen für die Lohnsteuererklärung

Steuererklärung 2019

Abgabefristen wurden verlängert, Freibeträge angehoben: Was es bei der Steuererklärung 2019 zu beachten gilt, haben wir in Fragen und Antworten zusammengestellt.

Haltern

, 18.02.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 3 min
Bei der Steuererklärung 2019 sind einige Neuerungen zu beachten.

Bei der Steuererklärung 2019 sind einige Neuerungen zu beachten. © dpa

Zu Beginn des Jahres versenden die Arbeitgeber die Lohnsteuerbescheinigungen für das abgelaufene Jahr an ihre Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Eine gute Gelegenheit zu prüfen, ob sich die Abgabe einer Steuererklärung lohnt. „In vielen Fällen kommt es für die Arbeitnehmer zu einer Erstattung.“, sagt Heike Hürland, Leiterin des Finanzamts Recklinghausen, und rät allen, kein Geld zu verschenken. Welche Änderungen sich ergeben haben und was zu beachten ist, haben wir in den folgenden Fragen und Antworten zusammengestellt.

? Welche Abgabefristen gelten für 2019?

Für das Jahr 2018 können sich die Bürgerinnen und Bürger für Ihre Steuererklärungen erstmals mehr Zeit lassen. Die gesetzliche Abgabefrist verlängert sich um zwei Monate. Das bedeutet für die Einkommensteuererklärung 2018, dass sich das Ende der Abgabefrist auf den 31. Juli 2019 verschiebt.

Sofern ein Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein bei der Erstellung der Erklärung mitwirkt, müssen die Steuererklärungen sogar erst bis Ende Februar des Nachfolgejahres dem Finanzamt vorliegen. Da der 29. Februar 2020 auf einen Samstag fällt, bleibt für die Abgabe der Steuererklärung 2018 bis zum 02. März 2020 Zeit.

? Was ändert sich bei der elektronischen Steuererklärung?

Unter www.elster.de steht den Bürgerinnen und Bürgern dafür als kostenloses Produkt „Mein Elster“ zur Verfügung. Neben der elektronischen Erstellung der Steuererklärung können dort die aktuellen Lohnsteuerabzugsmerkmale (ELStAM) eingesehen werden. Darüber hinaus ist es möglich, Einspruch einzulegen, Anträge auf Fristverlängerung oder Anpassung der Vorauszahlungen zu stellen.

Wer sich unter „Mein Elster“ registriert, erhält ein persönliches ELSTER-Zertifikat und damit nicht nur einen bequemen und sicheren, sondern auch papierlosen Zugang zu seinem Finanzamt. Eine schnellere Registrierung kann mit dem neuen Personalausweis erfolgen.

? Welche steuerlichen Änderungen gilt es 2019 zu beachten?

Grundfreibetrag:

Der Grundfreibetrag steigt von 8.820 Euro im Jahr und pro Person auf 9.000 Euro. Wer ein geringeres zu versteuerndes Einkommen hat, muss keine Einkommensteuer zahlen.

Werbungskosten:

Werden Gegenstände angeschafft, die nahezu ausschließlich für die Arbeit genutzt werden, können die Kosten als Werbungskosten steuermindernd abgesetzt werden. Sofern die Kosten eine bestimmte Grenze überschreiten, sind diese auf mehrere Jahre zu verteilen. Diese Wertgrenze lag viele Jahre bei 410 Euro netto und wurde ab dem Jahr 2018 auf 800 Euro netto erhöht. Kosten für Anschaffungen bis zu diesem Betrag können nunmehr im Jahr der Zahlung in voller Höhe berücksichtigt werden.

Unterhaltsleistungen:

Der Höchstbetrag für den Abzug von Aufwendungen für den Unterhalt (zum Beispiel Kosten für Ernährung, Wohnung, Hausrat) einer gesetzlich unterhaltsberechtigten und gleichzeitig bedürftigen Person (zum Beispiel Eltern, Kinder) wurde ebenfalls von 8.820 Euro auf 9.000 Euro angehoben. Wer Unterhalt leistet und diese Zahlungen als außergewöhnliche Belastungen in der Steuererklärung geltend macht, muss – wie schon im letzten Jahr – die Steuer-Identifikationsnummer des Empfängers angeben, wenn dieser im Inland lebt. Zahlungen an Kinder, für die ein Anspruch auf Kindergeld oder Kinderfreibetrag besteht, können nach dieser Regelung nicht abgesetzt werden, da die Kosten bereits durch das Kindergeld beziehungsweise die Kinderfreibeträge abgedeckt sind.

Kinderfreibetrag:

Der Kinderfreibetrag steigt um 36 Euro auf 2.394 Euro pro Elternteil beziehungsweise um 72 Euro auf 4.788 Euro pro Elternpaar.

Renten:

Für Bürgerinnen und Bürger, die 2018 in Rente gegangen sind, beträgt der Besteuerungsanteil insbesondere für die Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung 76 Prozent. 2018 bleiben somit 24 Prozent der vollen Bruttojahresrente steuerfrei. Beträgt die jährliche Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung bei Alleinstehenden mit Rentenbeginn in 2018 nicht mehr als 13.817 Euro und liegen keine weiteren Einnahmen vor, fallen grundsätzlich keine Steuern an. Bei zusammenveranlagten Personen verdoppelt sich dieser Betrag.

Altersvorsorge:

Der Höchstbetrag für Altersvorsorgeaufwendungen steigt von 23.362 Euro auf 23.712 Euro im Jahr. Bei einer Zusammenveranlagung verdoppelt sich dieser Betrag auf 47.424 Euro. Für 2018 erkennt das Finanzamt davon 86 Prozent der Beiträge als Sonderausgaben an. Alleinstehende können somit die Ausgaben zur Altersvorsorge bis zu einer Höhe von 20.392 Euro und zusammenveranlagte Ehepaare sowie gesetzliche Lebenspartner bis zu 40.784 Euro als Sonderausgaben absetzen.

? Wo gibt es weitere Informationen?

Die Finanzämter Marl und Recklinghausen haben einige weitere Informationen zur Steuererklärung 2018 zusammengestellt. Vordrucke für die Steuererklärung befinden sich auf den Internetseiten des Bundesministeriums der Finanzen (www.formulare-bfinv.de). Dort und auf den Seiten der Finanzverwaltung (www.finanzverwaltung.nrw.de) stehen zusätzliche Informationen rund um das Thema Steuern zur Verfügung. Auch ELSTER gibt durch Hilfetexte zu den Eintragungsfeldern Hinweise zur Erstellung der Erklärung.

Lesen Sie jetzt