Indische Ordenspriester verlassen Halterner Sixtus-Gemeinde

Pfarrei St. Sixtus

Zwei Seelsorger, die die Halterner Sixtus-Gemeinde aus der Not halfen, kehren in ihre Heimat zurück - mit ein bisschen Wehmut, aber auch der Freude, heimkehren zu dürfen.

Haltern

, 19.03.2021, 10:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Pater Matthäus wechselte von Wadersloh nach Haltern am See und verstärkte das Seelsorgeteam von St. Sixtus Haltern.

Pater Matthäus wechselte von Wadersloh nach Haltern am See und verstärkte das Seelsorgeteam von St. Sixtus Haltern. © privat

Mit einem weinenden und einem lachenden Auge verabschieden sich Pater Antony und Pater Matthäus von Haltern. „Alles hat seine Zeit. Bald ist die Zeit gekommen, da heißt es für uns beide Tschüss zu sagen“, kündigen sie ihre Rückkehr in ihr Heimatland Indien an. Die 10-jährigen Verträge mit dem Bistum Münster laufen aus und deswegen wurden beide Ordenspriester von ihrem Orden zurückgerufen.

Pater Matthäus fliegt aus persönlichen Gründen bereits Ende April zurück nach Indien und feiert seinen Abschlussgottesdienst am Sonntag, 11. April. Pater Antony feiert seinen letzten Gottesdienst Ende Juni. „Für mich persönlich als Priester war Haltern zu meiner zweiten Heimat geworden, da ich mehrere Jahre hier tätig war. Haltern am See. Tut gut!“, Pater Antony ist voller Emotionen.

Patres sind dankbar für die große Unterstützung

Und weiter: „Wir sind der Pfarrgemeinde St. Sixtus sehr dankbar für die Liebe und große Unterstützung, die sie uns in den ganzen Jahren gegeben hat. Es macht uns sehr traurig, Haltern und die Pfarrgemeinde zu verlassen, aber gleichzeitig freuen wir uns auch wieder auf unsere Heimat.“

Pater Matthäus Manthottathil kam im Mai 2020 nach Haltern. Er stammt aus Kerala/Indien, dort wurde er 1977 geboren. Nach seiner Schulzeit trat er 1995 in den Karmeliten-Orden ein. Seine Priesterausbildung absolvierte er in Indien sowie in Rom, 2008 wurde er zum Priester geweiht. Zwei Jahre blieb Pater Matthäus noch in seiner Heimat, 2010 ging er nach Deutschland - zunächst nach Wadersloh, dann nach Haltern.

Die Nachfolger stammen aus Nigeria

Pater Antony Areechalil stammt gebürtig aus Kannur, das liegt im Bundesstaat Kerala. Nur 2,3 Prozent der Inder sind Christen, in Kerala ist die Bevölkerung zu 20 Prozent katholisch. Seit 1993 gehört er dem Karmeliterorden an. Dieser Orden und das Bistum Münster pflegten bislang ein Projekt, das Seelsorge von indischen Patres im Münsterland beinhaltet. 2012 schlug Pater Antony seine Zelte in Haltern auf.

Pater Antony mit Messdienern aus St. Sixtus: In Haltern hat er sich sehr wohlgefühlt, er schloss Freundschaften und reiste mit Halternern sogar in seine Heimat.

Pater Antony mit Messdienern aus St. Sixtus: In Haltern hat er sich sehr wohlgefühlt, er schloss Freundschaften und reiste mit Halternern sogar in seine Heimat. © St. Sixtus

Neu in die Gemeinde kommen zwei nigerianische Priester, darunter Leonard Anetekhai, der zurzeit noch mit der Seelsorge im Rottenburger Weggental (Diözese Rottenburg-Stuttgart) betraut ist. Er stammt aus Benin. Bis 2013 war er Diözesankanzler der Diözese Auchi. Dann studierte er in Tübingen und ist heute Professor für Liturgie.

Priester der Weltkirche unterstützen seit Jahren die Seelsorger in den Gemeinden. Die 180 Priester der Weltkirche im Bistum Münster stammen aus Indien, Afrika und aus Osteuropa. Die Hälfte von ihnen gehört einem Orden an.

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