Inhaberin von Dorfladen in Lavesum frustriert: „Der Laden läuft schlecht bis gar nicht“

mlz„Anne‘s Dorflädchen“

Ihr Laden sollte den Lavesumern das Leben im Ortsteil erleichtern. Doch die Pläne von Anette Gundelach-Potthast gingen nicht auf. Deswegen will die Dorfladen-Inhaberin nun reagieren.

Lavesum

, 17.01.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Anette Gundelach-Potthast ist sichtlich gefrustet, als sie am Mittwochvormittag an dem Kaffeetisch in ihrem Dorfladen in Lavesum sitzt und über ihren Laden spricht. Die Dülmenerin hatte „Anne‘s Dorflädchen“ Anfang November im Erdgeschoss des Kastanienhofes eröffnet. Doch die Pläne, den Laden zu einem Lebensmittelladen zu etablieren, sind gescheitert.

„Der Laden läuft schlecht bis gar nicht“, sagt die Dülmenerin. „Die anfänglichen Erwartungen sind nicht eingetroffen.“ Der Mittagstisch mit Suppen und Eintöpfen laufe zwar ganz gut, ebenso die belegten Brötchen. Ab und an kämen einzelne Einkäufer aus dem Kastanienhof in den Laden. Aber um den Lebensmittelladen so langfristig zu halten, reicht es nicht. Auch der Plan, Essen auf Rädern in ihrem Laden anzubieten und den Anwohnern das Leben durch den fußläufig erreichbaren Laden etwas zu erleichtern, ist nicht aufgegangen.

„Meine Vorgängerin hat drei Wochen durchgehalten“

„Meine Vorgängerin hat drei Wochen durchgehalten. Ich bin jetzt seit zweieinhalb Monaten hier und ich habe festgestellt, dass sich die Situation nicht verändert“, sagt Gundelach-Potthast. „Ich finde es sehr schade, dass der Laden von Lavesumern so wenig angenommen wird.“ Die Brötchen kauften die Lavesumer lieber an der Tanke, für den Wocheneinkauf würden die Discounter in Haltern und der Edeka in Sythen angesteuert. Auch Zeitschriften und Tiefkühlware liefen nicht. „Mein Laden hier wird nur aufgesucht, wenn was vergessen wurde, aber nicht, um wirklich einzukaufen.“ Etwa zehn Kunden kämen täglich in ihren Laden.

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Um wirtschaftlich arbeiten zu können, müsste Anette Gundelach-Potthast täglich etwa 150 Euro einnehmen. Aber: „Da liege ich bei Weitem drunter.“ Weil die Nachfrage so gering war, musste die Dülmenerin bereits Lebensmittel wie Süßigkeiten wegschmeißen - oder mit nach Hause nehmen. „Ich habe so viel Joghurt von den verschiedensten Marken gegessen, ich kann das schon nicht mehr sehen“, so Gundelach-Potthast. „Im Moment zahle ich mit dem Laden drauf.“

Statt Lebensmitteln soll es bald Hundefutter geben

Doch trotz aller Enttäuschung hat die Inhaberin und Tierheilpraktikerin schon eine Idee, um ihren Laden weiterzuführen. Denn das Barf-Hundefutter [eine auf rohem Fleisch, Fisch, Obst und Gemüse basierende Ernährung, Anm. d. Red.], das sie verkauft, werde im Vergleich zu den Lebensmitteln sehr gut angenommen. Deshalb will sie nun jede Lücke, die die abverkauften Lebensmittel hinterlassen werden, mit Hunde-Artikeln auffüllen. Geplant sind neben Trockenfutter auch Ernährungszusätze, Mineralien, Leckereien und Kauartikel.

Anette Gundelach-Potthasts Kunden kommen für das Hundefutter auch aus Dülmen, Buldern oder Lüdinghausen in ihren Laden nach Lavesum. „Ich stelle es jetzt früh genug fest, deswegen will ich bis Mitte Januar nächsten Jahres das Sortiment austauschen.“ Es gebe nur sehr wenige Läden in der Gegend, die Barf anbieten, sagt die Dülmenerin. Und da sie direkt in größeren Mengen beim Hersteller bestelle, seien ihre Barf-Artikel günstiger als im Internet, wo meist noch Liefergebühren anfielen.

Das einzige, was dann noch von ihrem Lebensmittelladen übrig sein soll, ist die Sitzecke und ein Außenbereich, wo Kunden dann auch weiterhin ihren Kaffee, ihr Bier oder andere Getränke trinken können sollen. Denn das will die Dülmenerin auch weiterhin anbieten.

Weitere Informationen zu dem Laden von Anette Gundelach-Potthast finden Interessierte unter www.annes-dorflaedchen.jimdosite.com.
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