Initiative beklagt: "Bürgerstimmen wurden überhört!"

Forensische Klinik

Es war der 23. Dezember 2012. Kurz vor Weihnachten reichte Seliena Moseleit, die 1. Vorsitzende der Bürgerinitiative "Gegen Forensik in Haltern am See", eine Petition beim Petitionsausschuss des Landtages Nordrhein-Westfalen ein.

HALTERN

von Von Daniel Winkelkotte

, 23.10.2013, 19:37 Uhr / Lesedauer: 1 min
<p>Seliena Moseleit.  <p></p> privat</p>

<p>Seliena Moseleit. <p></p> privat</p>

Nachdem das Ministerium vergangene Woche seine Entscheidung für den Standort Haltern 1/2 bekannt gegeben hat, zeigen sich die Mitglieder der Initiative enttäuscht. Moseleit: "Das Bestreben unserer Initiative war es immer, eine Forensik nicht nur in Lippramsdorf, sondern auf dem gesamten Halterner Stadtgebiet zu verhindern. Dafür haben wir uns mit allen vorhandenen Mitteln eingesetzt. Leider ohne unser Ziel zu erreichen."

Nachdem das Ministerium vergangene Woche seine Entscheidung für den Standort Haltern 1/2 bekannt gegeben hat, zeigen sich die Mitglieder der Initiative enttäuscht. Moseleit: "Das Bestreben unserer Initiative war es immer, eine Forensik nicht nur in Lippramsdorf, sondern auf dem gesamten Halterner Stadtgebiet zu verhindern. Dafür haben wir uns mit allen vorhandenen Mitteln eingesetzt. Leider ohne unser Ziel zu erreichen."

Armutszeugnis für die Demokratie Die 29-Jährige bedauert ganz besonders, dass die eingereichte Petition kaum Wirkung gezeigt habe. "Die Stimmen der vielen Bürger, die unterzeichnet hatten, wurden schlichtweg überhört. Das ist schade und ein Armutszeugnis für die Demokratie", sagt Moseleit.Sachlich diskutiert

Über Wochen hatten sich die Forensik-Gegner mit großer Leidenschaft dem Thema gewidmet. Dabei hatten sie sich stets sehr sachlich an den oft emotional geführten Diskussionen beteiligt. Ihre Hoffnung, sich mit viel Engagement gegen den geplanten Neubau einer Forensik in Haltern entgegenstemmen zu können, wurde letztlich bitter zerschlagen. Moseleit blickt dennoch mit Stolz auf die zurückliegende Zeit und die Arbeit in der Initiative zurück: "Für uns alle war es eine tolle Erfahrung. Wir hatten uns, im Gegensatz zu anderen Initiativen, gegen den Einfluss der Politik entschieden. Ein außerparteiliches Engagement genießt in Haltern aber leider kaum Wertschätzung."Ungewisse Zukunft

Wie es nun mit der Initiative weiter geht, wisse sie noch nicht. Moseleit: "Wir werden nun die Akteneinsicht abwarten und dann schauen, ob es überhaupt noch Sinn macht, unsere Arbeit fortzusetzen." Verständnis kann sie für die Standort-Entscheidung des Ministeriums nicht aufbringen. "Dieser Standort ist genauso ungeeignet wie der zuvor angedachte Standort AV9 in der Hohen Mark. Es bleibt für mich absolut unverständlich, warum im ganzen Regierungsbezirk Essen genau dieser Standort am besten geeignet sein soll."

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