Neuerscheinung

Jüdische Familien: Halterner Stadtarchivar begibt sich auf Spurensuche

Unter der Überschrift „Jüdische Familien in Haltern und aus Haltern“ nähert sich Halterns Stadtarchivar Gregor Husmann mit einer neuen Publikation dem Thema jüdischer Familien.
Stadtarchivar Gregor Husmann (M.) hat auf der Suche nach jüdischen Familien in Haltern und Umgebung neue Spuren entdeckt. © Georg Bockey

Gregor Husmann hat ein neues Werk über jüdische Familien in Haltern veröffentlicht. Der Halterner Stadtarchivar will deutlich machen, dass während der NS-Herrschaft von den jüdischen Familien Halterns auch Mitglieder aus anderen Städten der näheren und weiteren Umgebung deportiert wurden. „Diese Familien sollten niemals außer Acht gelassen werden“, erklärt der Historiker.

Suche ist bis heute nicht abgeschlossen

Der neue Band versucht nach Angaben Husmanns das Auftreten jüdischer Familien in Haltern zum frühestmöglichen Zeitpunkt zu erfassen und ihren Weg über Haltern hinaus als Erinnerungsspur weiter zu lesen. In unzähligen Familien gab es außer Deportation und Ermordung auch Flucht, Auswanderungen und Leben im Untergrund. Dabei verlieren sich die Spuren der Familien, die auseinandergerissen wurden. Noch heute geht die Spurensuche bei den nachwachsenden Generationen von Überlebenden weiter und ist zum Teil bis heute nach wie vor nicht abgeschlossen.

In größeren familiären Strukturen denken

Daher erhebt auch dieser Band keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern möchte geradezu in Beispielen exemplarisch auf diese Suche aufmerksam machen, bei der jeder selbst auch in Zukunft weiterhelfen kann. „Erst wenn man die Familien in größeren familiären Strukturen denkt, wird die Dimension klar, wie stark die Familien auf verschiedenartige Weise zerrissen wurden“, sagt Husmann. Dazu passt, dass in letzter Zeit Haltern von Mitgliedern verschiedener Familien aus dem Ausland besucht worden ist. Das ist ein entscheidender Beleg für diese weitergehende Suche.

Erinnerung an den Besuch Alexander Lebensteins

Als erster Besuch bleibt die erste Begegnung mit dem Halterner Ehrenbürger Alexander Lebenstein in Erinnerung, der 1995 von Halterner Schülern und Schülerinnen in die Stadt zurückgeholt wurde und bis zu seinem Tode mehrmals in Haltern war und sich als Zeitzeuge des Holocaust bei den Schulen in Haltern und daheim in den Dienst der Erinnerungsarbeit stellte. Dieser erste Besuch fand im November vor genau 25 Jahren statt. Auch daran erinnert der Band von Gregor Husmann. Bleibendes Zeugnis ist nicht nur die nach Lebenstein benannte Halterner Realschule, sondern auch das Waggon-Mahnmal auf dem Schulhof.

Werk kann in der Stadtagentur abgeholt werden

Das 236 Seiten umfassende Werk ist ab sofort für 3,50 Euro in der Stadtagentur erhältlich. Wegen der Pandemieschutzbestimmungen ist das Alte Rathaus grundsätzlich für den Publikumsverkehr geschlossen. Deshalb sollten Interessierte zuvor unter den Telefonnummern 933-365 und -366 anrufen und einen Termin für die Übergabe am Nebeneingang absprechen.

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