Jugendliche finden menschlichen Schädel - Einsatz am Kanal in Haltern

mlzWesel-Datteln-Kanal

Grausiger Fund im Wesel-Datteln-Kanal in Haltern: Jugendliche haben am Mittwochnachmittag einen menschlichen Schädel im Wasser entdeckt. Taucher der Polizei waren im Einsatz.

Hamm-Bossendorf

, 04.06.2020, 13:48 Uhr / Lesedauer: 2 min

Sechs Jugendliche aus Haltern wollten sich am Mittwoch bei strahlendem Sonnenschein an der Hammer Brücke in Hamm-Bossendorf einen schönen Tag am Wesel-Datteln-Kanal machen. Doch der entspannte Badetag wurde zu einem echten Abenteuer: Denn beim Tauchen entdeckten sie mitten in der Fahrrinne einen menschlichen Schädel. Sie holten ihn aus dem Wasser.

„Die Jugendlichen haben dann zügig die Polizei gerufen. Und die Kollegen haben den Schädel sichergestellt“, wie Polizeisprecherin Annette Achenbach auf Anfrage mitteilte. Der Kopf wird nun gerichtsmedizinisch untersucht. Ergebnisse liegen noch nicht vor, aber der Schädel sehe „sehr alt“ aus, so Annette Achenbach.

Taucher suchten nach weiteren Überresten

Donnerstagmittag waren dann Taucher der Technischen Einsatzeinheit der Polizei Bochum im Wasser, um nach weiteren Überresten zu suchen - zwei Taucher im Wasser, ein dritter stand am Ufer bereit. Ebenso ein Rettungssanitäter, der speziell für Taucherunfälle ausgebildet ist. Um 12.15 Uhr stiegen die Taucher mit ihrer 30 Kilogramm schweren Ausrüstung ins Wasser, um 13.40 Uhr kamen sie wieder zurück ans Ufer, weil der Luftvorrat zur Neige ging.

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Polizeiaktion am Wesel-Datteln-Kanal

Jugendliche hatten beim Baden im Wesel-Datteln-Kanal einen Schädel gefunden. Daraufhin suchten Polizeitaucher den Bereich rund um die Hammer Brücke ab.
04.06.2020
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Die Polizei sucht mit Tauchern nach weiteren menschlichen Überresten.© Benjamin Glöckner
An der Hammer Brücke fanden badende Jugendliche einen Schädel.© Elisabeth Schrief
Strudel und Luftblasen im Wasser zeigten an, wo der Taucher sich gerade befand.© Elisabeth Schrief
Der erste Taucher macht sich fertig für die Arbeit im Wesel-Datteln-Kanal.© Foto:Elisabeth Schrief
Die Taucher waren über Sicherheitsleinen mit den Kollegen am Ufer verbunden, außerdem halfen Leinen mit Gewichten bei der Suche und Orientierung unter Wasser.© Elisabeth Schrief
Der erste Taucher kehrt an Land zurück.© Foto:Elisabeth Schrief
Gut gearbeitet, aber nichts Wesentliches gefunden: Gut zwei Stunden suchten zwei Taucher den Wesel-Datteln-Kanal in Hamm-Bossendorf ab.© Foto:Elisabeth Schrief
Die Taucher waren froh über die gute Wasserqualität und die gute Sicht.© Foto:Elisabeth Schrief
Drei Schiffe konnten noch passieren, dann wurde der Kanal während des Tauchgangs gesperrt.© Foto:Elisabeth Schrief
Kollegen helfen einem der Taucher, wieder an Land zu kommen.© Foto:Elisabeth Schrief

Die Taucher suchten je 25 Meter des rund fünf Meter tiefen Wesel-Datteln-Kanals im Bereich der Hammer Brücke Abschnitt für Abschnitt ab. Das Wasser habe eine gute Qualität, so die Einsatzkräfte, entsprechend gut sei die Sicht gewesen. Doch gefunden haben sie nichts Relevantes, wie sie nach dem Tauchgang sagten. Nur ein Baugerüst und Rahmen von Motorrädern, Teile eines menschlichen Skeletts jedoch nicht.

Die Polizei erklärte am Nachmittag, nach ersten Erkenntnissen handele es sich tatsächlich um einen menschlichen Knochen, der vermutlich schon viele Jahre im Wasser gelegen habe. Zur weiteren Abklärung wird der Schädel gerichtsmedizinisch untersucht. Davon erhofft sich die Polizei Aufschlüsse über das Alter des Schädels, das Erbgut und die Todesursache. Den Einsatz selber bezeichneten die Beamten als durchaus außergewöhnlich, weil es selten sei, nur einen Schädel zu finden.

Taucher waren über Funk mit Kollegen verbunden

Die Taucher waren während ihres Einsatzes über eine Sicherheitsleine per Funk mit Kollegen am Ufer verbunden. Sie hatten je 4000 Liter normale Luft in ihren Flaschen, damit sind bei guten Bedingungen Tauchgänge von bis zu zwei Stunden möglich. Die Dauer hängt von der Herzfrequenz des Tauchers sowie der Wasserqualität und -tiefe ab, wie ein Beamter der Technischen Einsatzeinheit erklärte.

Die Bochumer Einheit verfügt über acht aktive Taucher, drei waren in Hamm-Bossendorf im Einsatz. In Nordrhein-Westfalen gibt es drei Technische Einsatzeinheiten - in Bochum, Wuppertal und Köln. Körperliche Fitness, die jedes Jahr aufs Neue geprüft wird, ist Grundvoraussetzung für diesen anstrengenden Dienst.

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Polizei-Taucher suchen den Kanal ab

Bevor der Einsatz in Hamm-Bossendorf nahe der Heilig-Kreuz-Kirche - bei zunächst strömendem Regen - beginnen konnte, musste die Polizei noch drei Schiffe passieren lassen. Das letzte, die mit Kohlen beladene „Rübezahl“, wirbelte noch einmal ordentlich das Wasser auf. Danach konnten die Taucher an die Arbeit gehen. Die Schifffahrt auf dem Wesel-Datteln-Kanal wurde während des Einsatzes eingestellt, die Schleusen in Dorsten und Haltern-Flaesheim blieben geschlossen. An den Schleusen entstanden als Folge kleine Staus.

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