Kandaouroff-Prozess: Rechtsmediziner bestätigt Nahschuss

Vor Gericht

Jetzt wird es ernst: Im Prozess um den gewaltsamen Tod des Halterner Unternehmers Klaus Kandaouroff hat ein Rechtsmediziner am Dienstag noch einmal bestätigt, dass der 80-Jährige mit einem „relativen Nahschuss“ getötet worden ist.

BOCHUM/HALTERN

von Von Tom Eder

, 18.10.2011, 17:22 Uhr / Lesedauer: 1 min
Ganz links ist Verteidiger Boris Strube zu sehen, ganz rechts Verteidiger Dieter Kaufmann. Dazwischen die Angeklagten Mladen P. (rechts) und Michael M. (unkenntlich gemacht).

Ganz links ist Verteidiger Boris Strube zu sehen, ganz rechts Verteidiger Dieter Kaufmann. Dazwischen die Angeklagten Mladen P. (rechts) und Michael M. (unkenntlich gemacht).

Die Todesursache war schnell gefunden. Am Kopf klaffte eine vier mal vier Zentimeter große Wunde – das Eintrittsloch der Kugel aus der Waffe des Angeklagten Mladen P. (43). Die Spuren ließen nur einen Schluss zu, so der Rechtsmediziner: Der (körperlich gesunde) 80-Jährige war aus allernächster Nähe erschossen worden. Die Eintrittswunde wies Ausfransungen auf, darum herum befanden sich Schmauchspuren. Bestätigt wurde dieses Ergebnis später durch einen Sachverständigen des Düsseldorfer Landeskriminalamtes, der inzwischen bereits im Prozess ausgesagt hat. Damit kommen die beiden Angeklagten Mladen P. und Michael M. (46), die den  Halterner Seehof-Hotelier in seinem Haus überfallen hatten, während der dritte Angeklagte in einem Fluchtwagen wartete, mit ihren Aussagen weiter in  Bedrängnis. Im Prozess war behauptet worden, dass sich der Schuss versehentlich bei einer Drehbewegung gelöst habe, wobei sich die Waffe in Hüfthöhe befunden habe.Lange gelitten hat Kandaouroff aber wohl nicht. Der Rechtsmediziner bestätigt den Richtern, dass der 80-Jährige wahrscheinlich sofort nach dem Schuss tot war. Wegen den schwerwiegenden Verletzungen des Gehirns könne es höchstens Sekunden gedauert haben. Der Prozess soll in einer Woche fortgesetzt werden.

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