Kein Durchblick im Rausch

HALTERN Der Blick durch eine rosarote Brille kann durchaus verschwommen sein: Jedenfalls für 26 Jugenliche der 10 A-c der Joseph-Hennewig-Hauptschule. Auf ihrem Unterrichtsplan stand "Drogen und Alkohol im Straßenverkehr".

von Von Elke Rüdiger

, 17.01.2008, 11:30 Uhr / Lesedauer: 1 min
Tamara mit der Rauschbrille.

Tamara mit der Rauschbrille.

Die Hauptschüler sind erst mal bedient - nicht von Schule, sondern von Alkohol und Drogen. Zu Beginn ein Schock-Video und die sich anschließende Frage: "Kannst Du damit leben, ein Leben ausgelöscht zu haben?" Der Streifen zeigte eine glückliche kleine Familie, im Garten spielend. Schwenk. Ein junger Fußballer schießt seine Mannschaft in die höhere Liga, man feiert ausgelassen und feucht, dann macht sich der angehende Star auf den Heimweg, verliert die Kontrolle über sein Auto, kracht durch den Gartenzaun und überfährt das Kind: "Ein kleiner Fußballer, der nicht mehr groß werden kann". Atemlose Stille. Alle sind bedrückt. Langsam erholen sich die Schüler: "Boah." - "Ich fahre nie mit Alkohol!". Gute Vorsätze!

U nd damit die auch lange im Gedächtnis bleiben, erteilten die Verkehrserzieher Detlef Marks und Günter Ehm neben wichtigen theoretischen Erkenntnisssen noch eine Kostprobe "Rauschbrille": Niemand sieht mehr das, was er sehen solte, niemand kann mehr reagieren, wie er sollte. Man kann nicht mehr geradeaus laufen, man ist nicht in der Lage, Geldstücke vom Boden aufzuheben, man kann keine Entfernungen mehr abschätzen, greift beim Ballfangen ins Leere... In der Unterrichtsstunde sehr lustig. Im wirklichen Leben aber lebensgefährlich für sich selbst und alle anderen.

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