Keine Chance für Impfmuffel

HALTERN Die Impfausweise an Halterns vier weiterführenden Schulen – das Berufskolleg läuft über Recklinghausen – sind bereits nach einer Woche eingesammelt. Rund 2800 müssten es sein, nachgezählt wurden sie noch nicht

von Von Elke Rüdiger

, 30.01.2008, 16:33 Uhr / Lesedauer: 1 min

Das erklärt Catharina Liedtke, Kinderärztin und Abteilungsleiterin des Kinder- und Jugendgesundheitsdienstes im Kreis Recklinghausen. Die Rücklaufquote, so die Kinderärztin, sei kreisweit unterschiedlich, abhängig davon, „wie Schüler und Lehrer mitmachen“, sie variiere zwischen 25 und 90 Prozent. Wobei die Realschule Haltern als „Testschule“ sehr gut abgeschnitten hatte: 800 Impfausweise wurden kontrolliert, nur 16 Schüler erhielten eine Empfehlung zur Schutzimpfung gegen Masern.

Viel Arbeit für alle

Eingebunden ist die Aktion in eine landesweite Kampagne des NRW-Gesundheitsministeriums. Im Vest müssen insgesamt 75 000 Impfpässe durchgesehen werden. Eine ziemlich aufwändige Aktion: pro Ausweis rund zwei Minuten, das macht etwa 2500 Stunden... Ärzte, Arzthelfer, Krankenschwestern, Mitarbeiter der Abteilung Infektionsschutz usw. ziehen an einem Strick. Aus allen Abteilungen wurden Experten zusammengezogen und teilweise zur Unterstützung der Gesundheitsamts-Außenstellen in die Städte delegiert. „Wir kontrollieren die Dreifach-Impfung, Mumps, Röteln und Masern, der Schwerpunkt liegt aber auf Masern. In der Vergangenheit ist es zu Ausbrüchen gekommen, es sind sogar Kinder gestorben“, begründet Catharina Liedtke die Kampagne. Mit ihr sollen Impflücken ausgemacht und Eltern und Schüler auf fehlende Masernimpfungen hingewiesen werden. Diese können auch beim Kinder-, Jugend- bzw. Hausarzt des Vertrauens nachgeholt werden. „Nach den Osterferien wird ebenso ein Impftermin in den betroffenen Schulen angeboten“, so die Kinderärztin.

Impfung ist freiwillig

Die Impfpässe werden möglichst rasch an die Schulen zurückgegeben. Mit dem Ausweis erhalten die Eltern eine Information, ob Impflücken bestehen sowie eine allgemeine Impfaufklärung. Abgabe der Impfausweise sowie das Nachholen einer Schutzimfung, betont Catharina Liedtke, seien nach wie vor freiwillig. Ausdrücklich lobt sie die gute Zusammenarbeit mit den Kolleginnen und Kollegen in den Praxen. Die melden eine „ganz schöne Mehrbelastung“.

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