Keine halben Sachen

Haltern Als Manfred Weihs vor 60 Jahren der früheren Industriegewerkschaft Chemie beitrat, wusste er ganz genau, was er nicht wollte: "Nämlich einer von diesen Trittbrettfahrern sein."

27.09.2007, 16:55 Uhr / Lesedauer: 1 min

Den Mitgliedsausweis einer Gewerkschaft in der Tasche zu haben, heißt für Weihs, ein (Berufs-)Leben lang im Arbeitskampf kräftig mitzumischen - "und nicht nur vom Engagement Anderer zu profitieren". Bis zur Rente war der gebürtige Marler und Wahl-Halterner überzeugter Funktionär. Auch im Ruhestand zahlt er seinen Beitrag weiter, besucht regelmäßig die Treffen des IG BCE-Rentnerarbeitskreises Hüls. Einmal Gewerkschafter, immer Gewerkschafter: Halbe Sachen macht der 80-Jährige nicht.

Ehrennadeln

Weihs ist einer von sechs Jubilaren der IG BCE-Ortsgruppe Haltern, die in diesem Jahr für ihre 60-jährige Mitgliedschaft ausgezeichnet worden sind. Neben ihm erhielten Fritz Heidt, Walter Hessel, Alois Lobodzinski, Herbert Ruelling und Paul Wagner Ehrennadeln und Urkunden. "Ohne treue Kollegen wie diese hätten wir heute vieles nicht", gibt der Vorsitzende der Ortsgruppe, Theo Karau, zu bedenken.

Zum Beispiel die Fünf-Tage-Woche: Manfred Weihs kann sich noch gut an den harten, aber letztendlich erfolgreichen Kampf für die Reduzierung der Arbeitszeit erinnern. "Dafür sind wir in den 60-er Jahren mit unseren Kindern auf die Straße gegangen", erzählt er. "Auf den Spruchbändern prangte der Slogan: Samstags gehört Papa mir!" Karau bewundert die alt gedienten Gewerkschafter für ihre Erfolge: "Bei den damals jährlich stattfindenden Lohnverhandlungen haben sie Steigerungen von 12 Prozent erwirkt - davon können wir nur noch träumen."

Kämpfernaturen

Laut Karau sollte sich heute so manches Gewerkschaftsmitglied von echten Kämpfernaturen wie Weihs und Co. eine Scheibe abschneiden: "Hätten wir nur solche überzeugten Kollegen, wären wir deutlich schlagkräftiger." wal

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