Keine Maifeierlichkeiten am Stausee - Bürgermeister nimmt Stellung

Coronavirus

Maskenpflicht, der 1. Mai und die Absperrung des Westuferparks - es gibt in diesen Tagen viele Themen, die die Halterner bewegen. Bürgermeister Bodo Klimpel nimmt Stellung.

Haltern

30.04.2020, 16:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die jungen Menschen in Haltern feiern traditionell am 1. Mai im Westuferpark. Damit das in der Coronakrise nicht passiert, lässt die Stadt den Park abriegeln.

Die jungen Menschen in Haltern feiern traditionell am 1. Mai im Westuferpark. Damit das in der Coronakrise nicht passiert, lässt die Stadt den Park abriegeln. © Johanna Wiening

Auch in den letzten Tagen erreichten Halterns Bürgermeister Bodo Klimpel wieder einige Fragen rund um das Thema Coronavirus. Die meist gestellten und seine von der Stadt zur Verfügung gestellten Antworten darauf lesen Sie hier.

Es hat ein Hin und Her rund um die Maskenpflicht gegeben. Wie haben Sie das empfunden?

Das kann ich so nicht bestätigen, natürlich gab es gerade zu Beginn dieser Diskussion Pro- und Contra-Stimmen. Ich habe in Haltern am See beobachtet – und meine Kolleginnen und Kollegen aus dem Ordnungsamt bestätigen mir das – dass die allermeisten Bürgerinnen und Bürger sich sehr vorbildlich und gewissenhaft verhalten, auch schon vor dem 27. April.

Seitdem besteht in Nordrhein-Westfalen die Pflicht, an folgenden Orten Mund und Nase zu bedecken: in Geschäften, auch auf Wochenmärkten, bei der Abholung von Speisen und Getränken in den gastronomischen Einrichtungen. Gleiches gilt in Verkaufs- und Ausstellungsräumen von Handwerkern und Dienstleistern, wenn bei Handwerks- und Dienstleistungen der Mindestabstand von 1,5 Metern nicht eingehalten werden kann.

Die Pflicht gilt ebenso in Arztpraxen und ähnlichen Einrichtungen des Gesundheitswesens, im Personenverkehr, also in Bussen und Bahnen, auch in Schulbussen. Ich meine, das ist nicht schwer nachzuvollziehen.

Warum machen Sie den jungen Menschen, die den 1. Mai als Treffpunkt und zum Feiern nutzen, kaputt?

Darum geht es nicht, wir machen niemandem etwas kaputt. Es gelten nun mal die Vorgaben der NRW-Corona-Schutzverordnung. Diese finde ich richtig – und ich sehe auch keine Möglichkeit, diese Vorgaben zu umgehen. Unumstößlich ist das Ansammlungs- und Kontaktverbot im öffentlichen Raum. Ich erinnere ebenso daran, dass sich nur dann mehr als zwei Personen zusammentun können, wenn sie zu einer Familie gehören.

Ansonsten gilt absolute Vorsicht, siehe dazu auch die Maskenpflicht. Ich weiß von vielen Gruppen, die aus diesen nachvollziehbaren Gründen frühzeitig erklärt haben, in diesem Jahr auf die traditionellen Maiwanderungen und auf das Feiern zu verzichten. Das finde ich sehr gut und zeigt, dass die meisten Menschen auch weiterhin diese Vorsicht und Rücksicht walten lassen.

Und warum muss dann der Westuferpark abgeriegelt werden?

Wir glauben, dass es am 1. Mai und an diesem Wochenende die beste Art ist, die genannten Aspekte durchzusetzen. Mir ist klar, dass es bedauerlich ist, sich hier nicht treffen zu können. Wir nehmen die Vorgaben ernst und setzen auch darauf, dass weder im Westuferpark noch an anderen Stellen Menschen in Gruppen zusammenkommen, denn das ist nun mal aufgrund der Schutzverordnung nicht drin.

Wir können doch hier nicht die Augen verschließen und gleichzeitig in den Schulen oder anderen Einrichtungen nach strengen Hygieneregeln rufen. Denn wir müssen stets daran denken, dass wir mit all den Maßnahmen gerade die Kranken, Alten und Risikopatienten schützen.

Was haben Sie persönlich in den letzten Wochen gelernt?

Da denke ich an erster Stelle daran, dass wir alle gelernt haben, mit dem Virus zu leben. Ich glaube, dass diese Erkenntnis ganz wichtig ist, wohlwissend, dass aufgrund der Einschränkungen viele Menschen in existenzielle Not geraten sind und wohl auch noch geraten werden. Ich kann mir auch vorstellen, dass wir gerade das Thema Rettungsschirm im Blick haben müssen, um viele Firmen vor dem Aus zu schützen.

Wir müssen einerseits vorsichtig bleiben, denn das Eindämmen und die Bekämpfung des Virus muss weiter oberste Priorität haben. Andererseits besteht aber auch kein Grund, panisch zu werden. Ich vertraue darauf, dass alle Entscheidungsträgerinnen und -träger weiterhin die richtigen Maßnahmen treffen werden.

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